Was treibt Wolfgang Schüssel? Die Lust an Machtgewinn und Machtabsicherung, wie seine Kritiker meinen? Oder seine Überzeugung, Österreich grundlegend reformieren zu müssen und zu können? Ist er ein eiskalter Machiavellist und risikobereiter Pokerspieler oder ein feinsinniger Kulturfreund und verantwortungsvoller Familienmensch? Oder von allem ein bisschen? Peter Pelinka hat den Aufstieg des Bundeskanzlers seit Jahren genau beobachtet, er ist sein überaus kritischer Analytiker, der ein konstruktives Gesprächsklima mit Wolfgang Schüssel stets hat aufrecht erhalten können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2004
Diese Biografie des österreichischen Kanzlers Wolfgang Schüssel von Peter Pelinka bezeichnet der Rezensent Franz Schandl zwar als "kurzweilig", doch besonders "fundiert" findet er sie nicht. Schon die Einschätzung des Autors, Schüssel habe bei seiner Koalition im Jahr 2000 die FPÖ völlig "falsch eingeschätzt", überzeugt Schandl kaum. Denn nur diese Koalition hat Schüssel ja erst das Kanzleramt ermöglicht, betont der Rezensent. Ihn stört, dass der Autor, Co-Chefredakteur beim Magazin "News" sein ausgedehntes "Insiderwissen" in diesem Buch unterbringen will und dadurch viele Details, jedoch kaum Tiefe anzubieten hat. Bei allen "interessanten Bonmots", die Pelinka zum Besten gibt, wird einfach zu wenig Hintergrund geklärt, beschwert sich Schandl. Für seinen Geschmack enthält diese Biografie zudem eine allzu "starke hagiografische Note", mitunter sieht er sich gar einem Werbetext für den österreichischen Kanzler gegenüber.
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