Klappentext

Die Idee des Sozialismus hat ihren Glanz verloren, so Axel Honneth in seinem politisch-philosophischen Essay, weil in ihr theoretische Hintergrundannahmen am Werk sind, die aus der Zeit des Industrialismus stammen, nun aber, im 21. Jahrhundert, keinerlei Überzeugungskraft mehr besitzen. Sie müssen ersetzt werden, und zwar durch Bestimmungen von Geschichte und Gesellschaft, die unserem heutigen Erfahrungsstand angemessen sind. Nur wenn das gelingt, kann das Vertrauen in ein Projekt zurückgewonnen werden, das nach wie vor zeitgemäß ist und auch einschließt, die Wirtschaft nach Maßgabe einer solidarisch verstandenen Freiheit zu gestalten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.02.2016

Georg Kohler nimmt Axel Honneths Studie zu den Möglichkeiten einer Revitalisierung sozialistischer Ideen in Schutz gegen Leser mit mangelndem hermeneutischem Wohlwollen. Das Ideal solidarischer Gemeinschaft zeichnet ihm der Autor zwar nicht eben enthusiastisch, dafür aber kühl und mit reflektierter Hoffnung im Sinne linker wie auch liberaler Gesellschaftstheorie. So gesehen, lässt sich das Buch mit Gewinn lesen, versichert Kohler, und die Unwahrscheinlichkeit einer Realisierung von sozialer Freiheit wird kein Einwand sein gegen Honneths argumentativ aufwendigen Reformulierungsversuch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.01.2016

Auch wenn Rezensent Otto A. Böhmer aus diesem Buch nicht erfährt, wann die Postmarxisten die Macht übernehmen, was der Philosoph Axel Honneth hier an konzeptuellen Veränderungen sozialistischer Ideen anregt, scheint ihm lesenswert. Keinen launigen Essay, sondern eine wissenschaftlich seriöse, informative Arbeit, legt Honneth vor, versichert der Rezensent. Den Radikalanschluss der Theorie an die Moderne würde er sich vom Autor gerne in einem Folgeband weiter erklären lassen. Einstweilen genügen ihm durchaus Honneths Gedanken zur praktischen Anwendbarkeit eines Sozialismus reloaded.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.12.2015

Wie wechselseitige Fürsorge in der Gesellschaft aussehen könnte, das herauszufinden scheint Thomas Schmid eigentlich eine schöne Sache zu sein. Dass Axel Honneth den Sozialismus jedoch mit Habermas und hochnäsig autoritären Zügen retten will, macht das Buch für Schmid fragwürdig. Nach der vernichtenden Bilanz zu einem dem Industrialismus verpflichteten Sozialismus, die der Autor aufmacht, scheint Schmid Honneths Rettungs- und Aktualisierungsversuch nicht überzeugend. Das Szenario, das der Autor entwirft, hält der Rezensent für ein liberales. Und wozu überhaupt vom Sozialismus reden, wenn es doch "nur" um freiheitliche nichtautoritäre Geselligkeit geht, fragt er.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.11.2015

Detlev Claussen bleibt skeptisch, ob Axel Honneth die Revision des Sozialismus gelingt. Auch wenn er mit Neugier an das Buch herangeht, vermag ihn der Sozialphilosoph nicht zu überzeugen. Honneths Theoriefestigkeit betreffend Marx, Hegel etc, steht für Claussen dabei außer Frage. Wenn Honneth darangeht, den Sozialismus von seiner industriellen Prägung zu befreien und ihn zur Sache des politischen Bürgers zu machen, erkennt der Rezensent zwar die Zielrichtung an, stellt zugleich jedoch auch fest, wie theoretisch Honneths Ansinnen bleibt. Solidarität etwa, ein Kernbegriff des Sozialismus und bei Honneth nur als Idee vorhanden, scheint Claussen in der Praxis nur schwer erfahrbar zu sein. Laut Claussen wäre also alles beim Alten: Die Idee ist gut, doch die Welt (noch) nicht bereit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Nein, weder Utopie noch Idee möchte Jürgen Kaube im Versuch des Frankfurter Philosophen Axel Honneth erkennen, den Sozialismus wiederzubeleben. Was er hingegen sieht, ist Honneths Weigerung, sich bei seiner affirmativen Auseinandersetzung mit Marx mit anderen Disziplinen, wie Soziologie, Ökonomie oder Geschichte, und deren Beschäftigung mit Leistungsanreizen und Profitraten zu befassen. Den Sozialismus reinwaschen kann der Autor laut Kaube nicht. Aber auch als moralisches Argument für die Empörung gegen eine vermeintlich alternativlose Wirklichkeit, findet der Rezensent, ist es zumindest in Honneths Händen nicht sehr überzeugend.
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