Aus dem Amerikanischen von Stefan Gebauer. Enthält ein Interview mit Bernie Sanders!
Seit 2010 mischt Jacobin als Sprachrohr der neuen amerikanischen Linken die intellektuelle Szene in den USA auf. In dem Magazin treten junge Autorinnen und Autoren offen für den Sozialismus ein, und das im Land des Hyperkapitalismus. Mit polemischen Artikeln entwickelte sich Jacobin schnell zu einem einflussreichen Ideengeber für Occupy Wall Street und die Bewegung um Bernie Sanders. Inzwischen erscheint die Zeitschrift in einer Auflage von 30.000 Exemplaren, online erreicht sie jeden Monat rund eine Million Leser.
Dieser Band versammelt erstmals eine Auswahl von Beiträgen auf Deutsch. In den Texten zur Identitätspolitik und zu Black Lives Matter, zum Stand des Kapitalismus und der Kapitalismuskritik sowie zum "Zombie-Marxismus" und dem Aufstieg Donald Trumps zeichnen sich die Konturen eines politischen Programms ab, das fraglos auch hierzulande die Diskussionen um eine strategische Neuausrichtung der Linken befruchten wird.
Lucas Hermsmeier gefällt an den in dieser Anthologie des linken US-Magazins versammelten Texten vor allem das Selbstkritische. Dass die Herausgeber und die Autoren sich etwa die Identitätspolitik der Linken und allzu devote Marx-Exegese vorknöpfen, findet er sympathisch. Statt Manifest oder Bedienungsanleitung zur Überwindung des Kapitalismus also Selbstreflexion, und angenehm wenig selbstgefällige Diskussion der Binnendiskurse, meint Hermsmeier. Die bloße Existenz eines sozialistischen Magazins in Trumps Amerika erfreut den Rezensenten. Die in diesem Band enthaltenen Essays, Analysen und Interviews aus den Jahren 2011 bis 2018 zeigen ihm, was bei den US-Linken diskurstechnisch so abgeht.
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