Julian Nida-Rümelin

Demokratie als Kooperation

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783518290309
Taschenbuch, 223 Seiten, 10,12 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.03.2000

Ralph Schrader erläutert in seiner Rezension dem Leser zunächst in auch für Laien leicht verständlicher Form die wichtigsten Thesen der Entscheidungs- bzw. Spieltheorie. Dabei weist er darauf hin, dass Nida-Rümelin sich diesem Thema nicht von wirtschaftswissenschaftliche Seite aus nähert, sondern versucht, die Entscheidungstheorie "sozialdemokratisch zu deuten". Nida-Rümelin, früher Professor für Philosophie in Göttingen, heute Kulturreferent der SPD in München, spüre hier der Frage nach, welche Konsensformen die Voraussetzung sind für das Funktionieren einer sozialen Demokratie; wie es möglich ist, dass einzelne Bürger auch persönliche Nachteile in Kauf nehmen, damit eine soziale Demokratie überhaupt Bestand haben kann. Schrader stellt dabei fest, dass sich Nida-Rümelin mit seiner Betonung des "Kooperativen" stark von der verbreiteten "libertären" Haltung abhebt, die den"freien Austausch" propagiert, der auf Freiwilligkeit basiert, bei dem jeder Vorteile habe und aus dem sich der Staat weitestgehend heraushält, Allerdings gelinge es dem Autor nicht überzeugend, so Schrader, die Gründe, wieso Bürger sich auf einen Konsens einigen sollten, der sie persönlich womöglich einschränkt, zu erhellen. Zwar räume Nida-Rümelin ein, dass "historische Überlieferungen", (z. B. Tradition) dabei eine Rolle spielen können. Dies reicht dem Rezensenten allerdings nicht aus. Darüber hinaus ist er der Ansicht, dass dieser Band aufgrund einiger "formaler Analysen" nicht jedem Leser zugänglich sein dürfte. Dennoch hält er Nida-Rümelins Ansatz für "herausfordernd" und "interessant".