Herausgegeben von Rainer Forst, Martin Hartmann, Rahel Jaeggi und Martin Saar. Die Frage nach der gegenwärtigen Lage der Sozialphilosophie und den Konturen einer kritischen Gesellschaftstheorie im Anschluss an die Tradition der Frankfurter Schule ist heute Gegenstand einer internationalen und interdisziplinären Debatte. Mit der Einführung der Kategorie des "Kampfes um Anerkennung" durch Axel Honneth hat sie vielfältige neue Impulse erhalten. Danach stehen diejenigen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen und Pathologien im Vordergrund, die für soziale Missachtung und die systematische Verletzung von Ansprüchen auf gelingende Identitätsentwicklung verantwortlich sind. Der Band erscheint zum 60. Geburtstag von Axel Honneth und enthält Originalbeiträge u.a. von Luc Boltanski, Nancy Fraser, Eva Illouz, Charles Taylor, Michael Walzer, Hans Joas, Christoph Menke, Martin Seel und Ludwig Siep.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.07.2009
Ein Kuriosum ist der vorliegende Band in jedem Fall: Eine Festschrift als Überraschung für den Jubilar Axel Honneth zum Sechzigsten - die der Verlag bis zur Veröffentlichung geheim hielt. Und gewiss nicht, wenn man dem Rezensenten Christian Schlüter glauben darf, weil es da etwas zu verbergen gäbe. Nicht nur ist das Buch hochkarätig besetzt - mit Autoren von Michael Walzer über Christoph Menke bis Charles Taylor -, sondern die Verfasser setzen sich, was Schlüter bemerkenswert findet, sogar tatsächlich mit den Theorien Honneths auseinander. Teils durchaus kritisch, wie Menke, der in Honneths Gesellschafstbild die "Rohheit des Individuums" zu wenig berücksichtigt findet. Daran, dass aber viele interessante Anschlüsse hergestellt werden und dass sich darob die Thesen des Geburtstagskinds als aktuell und virulent erweisen, ändert das nichts, ganz im Gegenteil. Schlüters Resümee scheint zu lauten: die Frankfurter Schule lebt und Axel Honneth ist neben dem zwanzig Jahre älteren Habermas ihr derzeitiger Inbegriff.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…