Ernst Friedrich (1894-1967) führte ein Leben, in dem sich die die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts spiegelt. Vom Kleinbürger, der sich als Arbeiterkind ausgab, zum Anarchopazifisten, vom Schauspieler zum Gründer des ersten Antikriegsmuseums: Friedrichs Weg führte ihn durch die Grauen des Ersten Weltkriegs und die Wirren der Weimarer Republik, der Nazizeit und ins Exil. Agnes Imhof beleuchtet seinen unermüdlichen Kampf für Frieden und Freiheit, den er mit politischem Engagement und einzigartigem Lebensmut verband.
Rezensent Michael Kuhlmann erfährt bei der Religionswissenschaftlerin Agnes Imhof Wissenswertes über den Anarchisten und Pazifisten Ernst Friedrich, der eindringlich vor dem Zweiten Weltkrieg warnte. Die Biografie wartet laut Kuhlmann mit vielen Zitaten und einem Lebensbild auf, das die Autorin zeitgeschichtlich grundiert. Imhofs Blick auf die Weimarer Republik kann Kuhlmann zwar nicht immer ganz astrein finden, und auch ihre Wiedergabe von Friedrichs Anarchismus-Verständnis erscheint ihm deskriptiv und wenig kritisch. Doch insgesamt zeigt die Autorin Friedrich weitgehend legendenfrei und akribisch ausgeleuchtet, urteilt Kuhlmann milde.
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