Uli Schöler (Hg.), Thilo Scholle (Hg.)

Weltkrieg. Spaltung. Revolution

Sozialdemokratie 1916-1922
Cover: Weltkrieg. Spaltung. Revolution
J. H. W. Dietz Verlag, Bonn 2018
ISBN 9783801242602
Kartoniert, 472 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Die Geschichte der Arbeiterbewegung von 1916 bis 1922 wird oft als Zweiteilung in Mehrheitssozialdemokratie und Unabhängige Sozialdemokratie sowie die sich gründende Kommunistische Partei beschrieben. Diese allzu schlichte Darstellung wird den tatsächlichen politischen Auseinandersetzungen zwischen und in diesen Gruppen nicht gerecht. Die politischen Debatten waren Teil eines dynamischen Prozesses, der sich simplen Zuordnungen zu einzelnen Parteien entzieht und in seiner Vielfalt teilweise auch quer zu den Lagern verlief. Inhaltlich drehten sich die Diskussionen zwischen dem Ersten Weltkrieg und den frühen Jahren der Weimarer Republik vor allem um Fragen der politischen Verfassung, der Gestaltung der Wirtschaftsordnung und um die Ziele und Aufgaben sozialdemokratischer Parteien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.12.2018

Norbert Mappes-Niedick lernt aus dem von Uli Schöler und Thilo Scholle herausgegebenen Sammelband, wie komplex der Streit in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Sommer 1914 und seine Folgen waren. Die 32 größtenteils biografischen Aufsätze von Historikern über die damaligen Kontroversen legen das ganze Chaos der Positionen zur Frage der Kriegskredite sowie das Spektrum der Haltungen von revisionistisch bis revolutionär laut Rezensent offen. Die widersprüchlichen Biografie von Paul Levi oder Luise Zietz, Clara Zetkin oder Friedrich Ebert lassen den Rezensenten ahnen, dass nach 1914 auch alles hätte ganz anders kommen können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2018

Jürgen Zarusky lernt mit diesem von Uli Schöler und Thilo Scholle herausgegebenen Band die eher unbekannten Akteure der Revolution aus der sozialdemokratischen Ecke kennen. Die 34 Beiträge, laut Zarusky weitgehend biografische Skizzen, konzentrieren sich zwar auf den "Zentrismus" in der USPD, auf Leute wie Hugo Haase oder Luise Zietz, aber auch Vertreter der Mehrheits-SPD werden vorgestellt, so der Rezensent. Die Stärke des Buches liegt für Zarusky gerade in der Uneinheitlichkeit, die die Pluralität der Revolutionsakteure widerspiegele.

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