Karl Polanyi

Karl Polanyi wurde 1886 in Wien in eine jüdische Familie ungarischer Herkunft geboren. Er studierte Jura an der Universität Budapest, wo er mit György Lukács, Oszkár Jászi und Karl Mannheim zusammentraf. 1914 war er Mitbegründer der Radikal Bürgerliche Partei, die als liberal-sozialistische Bewegung nicht auf die Arbeiterklasse als emanzipative Kraft setzte, sondern auf das Bürgertum. Mit dem Ersten Weltkrieg zersplitterte die sozialistische Bewegung auch in Ungarn und anders als die revolutionären Sozialisten und Kriegsgegner wie Lukacz kämpfte Polanyi als Kavallerieoffizier für das Habsburgerreich. 1917 trat er, von Krieg und Typhus gezeichnet, zum Christentum über. 1919 zog Polanyi nach Wien und wurde Redakteur der Zeitschrift "Der Österreichische Volkswirt", gab Seminare in sozialistischer Ökonomie und stritt vor allem gegen die Theoretiker des freien Marktes, Friedrich von Hayek und Ludwig von Mises. 1933 verließ Polanyi Wien und arbeitete in London als Tutor für die Workers Educational Association. Mit einem Rockefeller Stipendium ging er für drei Jahre in die USA, wo sein Opus Magnum "Die große Transformation" entstand. Nach einigen Jahren zwischen New York und London ließ er sich zusammen mit seiner Frau Ilona Duczyńska in Kanada nahe Toronto nieder. Dort starb Karl Polany 1964.

Karl Polanyi: Chronik der großen Transformation. Artikel und Aufsätze (1920-1945)

Cover
Metropolis Verlag, Marburg 2005
ISBN 9783895184765, Kartoniert, 339 Seiten, 29.80 EUR
Herausgegeben von Michele Cangiani, Kari Polanyi-Levitt und Claus Thomasberger. Der 3. und letzte Band der dreibändigen Ausgabe der Arbeiten von Karl Polanyi enthält jene Schriften, in denen er sich…