Helmut Gollwitzer

Helmut Gollwitzer wurde 1908 in Pappenheim im Altmühltal/Bayern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte evangelische Theologie und Philosophie und arbeitete anschließend als Vikar, später als Schlossprediger und Prinzenerzieher in Ernstbrunn bei Wien. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 trat er entschieden für die "Bekennende Kirche" ein, die den Nationalsozialismus ablehnte. Er unterstützte den verhafteten Pfarrer Martin Niemöller in Berlin und unterrichtete an der damals illegalen Hochschule der Bekennenden Kirche. Sein Kontakt zu Mitgliedern des Widerstands brachte ihm 1940 Verhaftung und Redeverbot ein. Als Sanitäter an der Ostfront geriet er 1945 für vier Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Darüber berichtete er in dem Bestseller "... und führen, wohin du nicht willst" (1951).
Bis 1957 lehrte er Systematische Theologie in Bonn, anschließend bis zu seiner Emeritierung 1975 Evangelische Theologie an der FU Berlin. Gollwitzer, ein Schüler Karl Barths, galt als "christlicher Kommunist", der eine christliche klassenlose Gesellschaft befürwortete. Er kritisierte die Wiederbewaffnung Deutschlands 1955 ebenso wie die internationale Aufrüstung in den folgenden Jahrzehnten und den Vietnamkrieg der USA und bekannte sich zu seinen Sympathien für die 68er-Studentenbewegung. Für Rudi Dutschke, mit dem er befreundet war, und Ulrike Meinhof hielt er die Grabrede. Gollwitzer starb 1993 in Berlin.

Eva Bildt/Helmut Gollwitzer: Ich will Dir schnell sagen, dass ich lebe, Liebster. Briefe aus dem Krieg 1940 - 1945

Cover: Eva Bildt / Helmut Gollwitzer. Ich will Dir schnell sagen, dass ich lebe, Liebster - Briefe aus dem Krieg 1940 - 1945. C. H. Beck Verlag, München, 2008.
C. H. Beck Verlag, München 2008
Mit 22 Abbildungen. Mit einem Nachwort von Antje Vollmer. Herausgegeben von Friedrich Künzel und Ruth Pabst. Helmut Gollwitzer (1908 - 1993), eine Galionsfigur der Bekennenden Kirche, wurde mit der meisterhaften…