Gordian Troeller

Gordian Troeller (geboren 1917 in Pierrevillers, Lothringen; gestorben 2003 in Hamburg) war ein luxemburgischer Journalist, Fotograf und Dokumentarfilmemacher. Noch vor dem Abitur verließ er Schule und Heimat, um sich auf Seiten der Linken am Spanischen Bürgerkrieg zu beteiligen. 1940 floh er vor den Deutschen aus Luxemburg nach Portugal, wo er mit Unterstützung der Alliierten einen Geheimdienst aufbaute, der unter anderem eine Fluchtlinie einrichtete. Nach dem Krieg arbeitete er als Korrespondent verschiedener Zeitungen hauptsächlich im Iran und Nahen Osten. Seit 1960 machte er sich zusammen mit seiner französischen Kollegin Marie-Claude Deffarge durch außergewöhnliche Text- und Fotoreportagen im Stern einen Namen. Ende der 60er Jahre begann er neben den Zeitungsreportagen zu filmen. Ab 1974 hatte er einen festen Platz in der ARD. In drei Serien, die er ausschließlich für Radio Bremen herstellte (Im Namen des Fortschritts, Frauen der Welt, Kinder der Welt), drehte er 70 Dokumentarfilme. Gordian Troeller wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. U. a. mit zwei Adolf-Grimme-Preisen (1984 und 1985) und 1987 mit dem Deutschen Kritikerpreis für die Reihe "Kinder der Welt". Für sein Lebenswerk erhielt er 1992 die 'Besondere Ehrung' des Adolf-Grimme-Preises und 2003 den Lëtzebuerger Filmpräis 'Prix d'honneur' für das Gesamtwerk.

Gordian Troeller: Antifaschist. Anarchist. Journalist. Gordian Troeller berichtet

Pro Business, Berlin 2009
Herausgegeben von Ingrid Becker-Ross-Troeller. In dieser Autobiografie gibt er einen Einblick in mehr als fünfzig Jahre journalistischer Arbeit in Wort und Bild. Seine politische Haltung ist von den Erfahrungen…