Die im deutschen Exil lebende iranische Autorin
Mina Khani erzählt in der
taz, wie unheimlich es sich anfühlt, von deutschen Behörden angesprochen zu werden, die einem mitteilen, dass der
iranische Terrorstaat ein Auge auf sie geworfen habe. "Ab diesem Zeitpunkt begann für mich eine Art Sicherheitsbürokratie. Über Monate hinweg musste ich
regelmäßig Kontakt mit Sicherheitsbehörden halten, Gespräche führen und Situationen melden. Man sagte mir, die Lage sei noch nicht so akut, dass ich Personenschutz bräuchte. Gleichzeitig solle ich
vorsichtiger werden, mein Umfeld beobachten, Kontakte reduzieren und größere Reisen oder öffentliche Veranstaltungen vorher ankündigen. Plötzlich bestand mein Alltag aus Sicherheitsgesprächen, Risikoeinschätzungen und der ständigen Erinnerung daran, beobachtet zu werden. Ich hatte weniger Zeit zu schreiben, weniger Kraft für Mobilität - Dinge, aus denen meine Arbeit bestand. Genau darin liegt
ein Teil der Gewalt solcher Systeme."
Bei
Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden und
Volker Beck von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wurde die Bedrohung noch konkreter. Ihnen wurde von den Behörden mitgeteilt, dass möglicherweise ein
iranischer Anschlag auf sie geplant sei. Die
Bild-Zeitung enthüllte die Meldung. Die Reaktionen sind arg verhalten,
kommentiert Stefan Laurin bei den
Ruhrbaronen. "Beck forderte, den iranischen Botschafter auszuweisen. Natürlich ist er immer noch im Land. Vielleicht ist ja auch ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten: Die Morde und Anschläge des Irans in Deutschland sind ja nichts Neues und haben eine lange Tradition.
Konsequenzen musste man in der Terrorzentrale der Mullahs in Berlin, von Humoristen auch Botschaft genannt, nie fürchten. (...) Gestern äußerte sich Steinmeier übrigens nicht zu den Mordplänen gegen seine Mitbürger. Er besuchte ein Biosphärengebiet auf der Schwäbischen Alb. Kurz zuvor lobte er sich selbst in einem Podcast wegen seiner Iran-Diplomatie. Der Kanzler? Der Außenminister? Es ist
nichts zu hören. "
Hinweise auf einen der Verdächtigen "kamen vom Bundesamt für Verfassungsschutz", ergänzt Friederike Haupt in der
FAZ "Dieser war durch einen Hinweis des israelischen Geheimdienstes
Mossad auf den Mann aufmerksam geworden." Das ist insofern pikant Bundesaußenminister, da Johann Wadephul vor einigen Monaten noch beteuert hatte, man brauche die Zusammenarbeit mit dem Mossad nicht unbedingt. In der
FAZ berichtet Philip Plickert außerdem von einem Anschlag auf einen iranischen Exiljornalisten in London im Jahr 2024 - hier wird gerade der Prozess auf die
rumänischen "
Wegwerfterroristen" geführt, die den Journalisten mit einem Messer angriffen.