Aus dem Französischen von Jutta Baden. Seinen philosophischen Crashkurs hielt Gombrowicz vom Krankenbett aus, auf Drängen seines Freundes Dominique de Roux, der den Schriftsteller vom Nachdenken über den nahen Tod ablenken wollte. Gombrowicz gab schließlich nach und schrieb dem Freund: "Kommen Sie, wir werden sehen, ob Sie ein Esel sind." Auch Rita, Gombrowiczs Frau, nahm teil und schrieb mit. Gombrowicz sollte keine Gelegenheit mehr haben, seine "Improvisationen" zu überarbeiten: Am 25. Juni 1969 brechen die Aufzeichnungen ab, zwei Monate später ist Gombrowicz tot. Wie in seinen literarischen Werken nimmt er auch hier kein Blatt vor den Mund: Nietzsches Ideal vom Übermenschen hält er für eine dumme Idee, von Hegel spräche man nicht mehr, wären da nicht seine geschichtsphilosophischen Überlegungen, Marx werde bald vergessen sein, deshalb widmet er ihm nur eine Viertelstunde. Schopenhauer hingegen verehrt Gombrowicz, und auch den Königsberger lässt er gelten, so wie Sartre, dessen Überlegungen zum (Sein und) Nichts Gombrowicz in Ferdydurke gewissermaßen vorweggenommen hat.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.12.2022
Froh ist Rezensent Marko Martin, dass das Werk des großen polnischen Exil-Schriftstellers Witold Gombrowicz neu aufgelegt wird. Dieses letzte, kurz vor seinem Tod 1969 entstandene Buch vereine einige Reflexionen des Autors zu Philosophien vom antiken Griechenland bis hin zu Hegel, Marx und Lévi-Strauss. Gombrowicz referiert hier klar und eigensinnig, meint der Rezensent, immer mit Bezug auf die Frage nach und das Verhältnis von Existenz und Freiheit. Er freut sich, dass dieses kluge Buch nun wieder zugänglich ist.
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