Stefan George, Hanna Wolfskehl, Karl Wolfskehl

Von Menschen und Mächten

Stefan George, Karl und Hanna Wolfskehl: Der Briefwechsel 1892-1933
Cover: Von Menschen und Mächten
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406682315
Gebunden, 879 Seiten, 49,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Birgit Wägenbaur und Ute Oelmann. Der Briefwechsel zwischen Stefan George und Karl und Hanna Wolfskehl ist der einzige der Georges gesamte Lebenszeit begleitet. Die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Dichtern, die aus ihren Briefen spricht, die Offenheit des Austauschs und die Bezüge der Korrespondenz zur allgemeinen Kultur- und Literaturgeschichte zwischen Jahrhundertwende und Ende der Weimarer Republik machen aus dieser Edition eine Quelle von einzigartigem Wert. Die sorgfältige, gründlich kommentierte Edition umfasst insgesamt 860 Korrespondenzstücke, die im Stefan George Archiv Stuttgart lagern. Den Briefwechsel zeichnen nicht nur Dauer (1892-1933) und Intensität aus, sondern auch die sehr persönliche Einbeziehung von Hanna Wolfskehl. Diese ganz eigene Verbindung zwischen George und der Frau des Freundes ist in der Forschung bislang weitgehend unbekannt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.12.2015

Der George-Biograf Thomas Karlauf bespricht diesen Band nur ganz kurz im Rahmen einer Doppelbesprechung, die im wesentlichen Peter Sprengels Biografie über Rudolf Borchardt gewidmet ist. Das heißt aber, nicht, dass er diesen Briefwechsel nicht als "letztes bedeutendes Quellenwerk der George-Literatur" zu würdigen weiß, Wolfskehl war nun mal Georges wichtigster Zuarbeiter und Steigbügelhalter. Wer sich für die George-Sphäre interessiert, so Karlauf, wird in diesem Band mit vielen Informationen belohnt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2015

Jens Malte Fischer schwelgt in diesem Lektürefest. Zwar bietet ihm der von Birgit Wägenbaur und Ute Oelmann herausgegebene Briefwechsel zwischen Stefan George und Karl und Hanna Wolfskehl aus den Jahren 1892 bis 1933 erwartungsgemäß keine Exibitionismen Georges, im Gegenteil, die Schreiben des Meisters sind kurz, stellt Fischer fest. Umso erfreulicher sind für ihn jedoch die Briefe der Wolfskehls: seine - gelehrt und sprachmächtig, ihre - witzig, lebhaft und vor allem eher nüchtern, nicht hagiografisch, wie Fischer findet. Die reine Freude, meint er.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Lorenz Jäger entdeckt in dem von Birgit Wägenbaur und Ute Oelmann herausgegebenen Briefwechsel zwischen Stefan George und Karl und Hanna Wolfskehl einen frauenhaften Stil, der ihn an Goethes Mutter erinnert. Natürlich meint Jäger die Briefe Hanna Wolfskehls, die ihm inmitten des Verhandelns hochernster esoterischer Dichtungsgeschäfte sehr wohltun und den Band für ihn zu einem "Entzücken" machen, das er nicht nur der Forschung gönnen möchte, sondern auch der allgemeinen Leserschaft. Im Übrigen begegnen ihm die Spannungen zwischen den Männern, die zu keinem Happy End führen, wie Jäger feststellt. Allein der Entzifferung der berüchtigten Karl Wolfskehlschen Handschrift wegen scheint ihm die editorische Leistung hinter dem Band enorm zu sein.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2015

Manfred Koch zeigt sich begeistert angesichts des von Birgit Wägenbaur und Ute Oelmann herausgegebenen Briefwechsels zwischen Stefan George und Karl und Hanna Wolfskehl. Einerseits lässt die Korrespondenz ihn erkennen, wie wenig Georges Selbststilisierung von den huldigenden Zuschreibungen Wolfskehls zu trennen sind, andererseits zeigt sich Wolfskehl darin als durchaus unabhängiger Dionysiker mit eigener Agenda, der sich dem Meister zu verweigern wusste, etwa durch eine unleserliche Handschrift, wie Koch anhand der Abbildungen im Band erkennen kann. Geschäftskorrespondenz und, in den Briefen Hanna Wolfskehls vor allem, witzige persönliche Annäherungen an den "Onkel Meister" eröffnen dem Rezensenten ein weites Erkenntnissprektrum.