Albrecht Schöne

Der Briefschreiber Goethe

Cover: Der Briefschreiber Goethe
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406676031
Gebunden, 539 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Albrecht Schöne erforscht in diesem Buch einen hochbedeutenden Bereich unserer Literatur ganz neu. Er widmet sich Goethe als Briefschreiber und versteht dessen Briefe auch als sprachliche Kunstwerke. Frei von Wissenschaftsjargon wendet sich das Werk an alle, die sich für Goethe, für Literatur und Sprache oder überhaupt für das Briefschreiben interessieren. Ein einführender Essay charakterisiert die europäische Briefkultur, auf deren Höhepunkt Goethes Briefwerk entsteht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2015

Jeremy Adler ist hin und weg von Albrecht Schönes Fallstudien zu Goethe-Briefen an Friedrich Cotta oder Wilhelm von Humboldt. Eine derart breite Sicht auf den Großmeister der Korrespondenz hat er noch nicht genossen. Adler schwärmt von grammatikalischen Beobachtungen, philologischen Vervollständigungen und einer stets diskreten und besonnenen Lektüre durch den Autor, die ihm die Unmittelbarkeit und Magie der Briefe aufs schönste eröffnet. Sprachlich brillant und akribisch in der Deutung, wie die Herangehensweise des Autors für Adler ist, vermisst er umso mehr Goethes Briefe an Frauen in dieser Auswahl.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.04.2015

Rezensent Harro Zimmermann verneigt sich tief vor Albrecht Schöne und seinem neuesten Beitrag zur Goethe-Forschung. Ein Altmeister, ein Doyen der Germanistik sei hier am Werk, und "Der Briefeschreiber Goethe" einem jeden ans Herz gelegt, huldigt der Rezensent. Goethe war zeitlebens ein "emsiger Kommunikator in Schrift und Rede", das wusste Zimmermann schon zuvor, aber wie dicht die Briefe mit poetischen, philosophischen und politischen Überlegungen durchwoben waren, darüber konnte der Rezensent viel von Schöne lernen. Beim Briefeschreiben war Goethe um "radikale Selbstvergegenwärtigung" bemüht, er setzte Ausrufe ein, sparte aus, erfand Widerworte und Kommentare des Adressaten, inszenierte die Schreibsituation und versuchte alles in allem die authentische und innige Gesprächssituation mit Freunden und Vertrauten auch im Geschriebenen herzustellen, erklärt Zimmermann. Dabei unterlagen schon die Personalpronomina äußerster Reflexion, staunt der Rezensent, sei es nun das "seelenverbindende 'Du'" oder das "freundschaftliche 'Sie'".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2015

Hymnisch bespricht Rezensent Gustav Seibt diesen Band des Germanisten Albrecht Schöne. Jede Seite dieses Buches, in dem Schöne den gelehrten Ertrag seiner seit 1963 erarbeiteten und publizierten Untersuchungen zu den Briefen Goethes, die er als eigenständiges Werk betrachtet, zusammenträgt, hat der Kritiker mit Genuss gelesen: Erstaunt erfährt er etwa, wie Goethe, auf Bescheidenheit und Zurückhaltung verzichtend, in einem Brief an die Kaiserin Maria Ludovica von Österreich "ich" schreibt und somit nicht nur einen "Gefühlsexzess", sondern auch eine Empfindung der Ebenbürtigkeit offenbart. In den neun von Schöne mit äußerster Sorgfalt untersuchten und mit einem brillanten wie vollständigen Kommentar versehenen Briefen lernt der Rezensent nicht nur viel über Goethes Humanität, sein Verhältnis zur Politik oder zur Presse, sein Ausweichen vor dem Tod oder seine wissenschaftlichen Hoffnungen, sondern entdeckt auch die ein oder andere äußerst brisante und bisher unbekannte Anekdote.
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