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Mike Schmeitzner

Totalitarismuskritik von links

Deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert
Cover: Totalitarismuskritik von links
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2007
ISBN 9783525369104
Gebunden, 405 Seiten, 42,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Mike Schmeitzner. Welche Bedeutung hatte linke Totalitarismuskritik in den deutschsprachigen Diskursen des 20. Jahrhunderts und wie entwickelte sie sich? Die Beiträge dieses Bandes untersuchen die verschiedenen Entwicklungsstufen dieser Diskurse und spannen dabei den Bogen von den frühen Analysen und Kritiken in der Weimarer Republik über die Konzeptualisierungen im Exil bis zur Theorie und Praxis im Kalten Krieg. Es wird deutlich, dass Totalitarismuskritik nicht nur eine Domäne von Liberalen und Konservativen war und sich auch keineswegs erst im Zuge des Kalten Krieges herauskristallisierte. Die Verwurzelung im Marxismus musste solchen - Bolschewismus, Faschismus und Nationalsozialismus einbeziehenden - Analysen nicht im Wege stehen, wie gerade der Fall des frühen sozialistischen Diktaturkritikers und demokratischen Marxisten Karl Kautsky anschaulich zeigt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2007

Einen zwiespältigen Eindruck hat dieser von Mike Schmeitzner herausgegebene Sammelband über linke Totalitarismuskritik beim Rezensenten Tim B. Müller hinterlassen. Einerseits sieht er in dem Buch "beinahe ein Standardwerk", jedenfalls eines der wichtigsten deutschsprachigen Werke zur Geschichte der linken Totalitarismuskritik. Andererseits hat er an der Einleitung Schmeitzners, dessen Forderungen und Ansichten, aber auch an einigen der Beiträge selbst eine Menge auszusetzen. Er hält dem Herausgeber vor, die von ihm vorgestellten Beiträge "übers ideologische Knie" zu brechen, ihnen somit nicht wirklich gerecht zu werden. Schmeitzner und einigen anderen Autoren wie Eckhard Jesse gehe es nicht um historisches Verstehen, um Reckonstruktion, sondern darum, "historische Referenzpunkte" ihrer "ehrenwerten Grundhaltung" zu benennen. Für Müller entsteht hier der Eindruck der Reduktion von Geschichtswissenschaft zum "Ideologie-TÜV". Gleichwohl will er die Bedeutung des Bandes nicht leugnen, findet er doch eine ganze Reihe von Beiträgen, die sich durch "sorgfältige Rekonstruktion" und gediegene Darstellung auszeichnen. Lobend nennt er in diesen Zusammenhang u.a. die hervorragenden Beiträge Alfons Söllners zur Totalitarismuskritik der Frankfurter Schule, Werner Müllers über Rosa Luxemburg und Jürgen Zaruskys über Karl Kautsky.
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