Seit er zum Diktator der Sowjetunion und zur verherrlichten Führungsfigur des Weltkommunismus geworden war, hatte Stalin maßgeblichen Einfluss auf deutsche Angelegenheiten. Deutsche und russische Spezialisten belegen die Vielschichtigkeit des Verhältnisses, das Stalin und die Deutschen verband. Sie thematisieren Stalins Deutschlandpolitik vom Ende der 20er Jahre bis zu seinem Tod 1953, die Geschichte des deutschen Kommunismus in der Weimarer Republik und im Moskauer Exil, das Schicksal der überlebenden sowjetischen Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs und das der deutschen Kriegsgefangenen sowie die Bewältigung der stalinistischen Vergangenheit. Darüber hinaus wird der Diktaturvergleich zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus unter den Aspekten von Herrschaftslogik und Herrschaftssystem, Utopie und Massenverbrechen diskutiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2007
Instruktiv scheint Rezensent Rolf Steininger diesen Sammelband über "Stalin und die Deutschen", den Jürgen Zarusky herausgegeben hat. Die Beiträge verdeutlichen seines Erachtens, wie Stalin in mehrfacher Hinsicht die Geschichte Deutschlands bestimmte, vor, mit und nach Hitler. Lobend erwähnt er den Beitrag von Andreas Hilger über die Erfahrungen deutscher Kriegsgefangener in Stalins Sowjetunion. Daneben hebt er eine Reihe von Beiträgen hervor, die sich mit dem Themenkomplex um die Stalin-Note aus dem Jahr 1952 befassen. Zur "unendlichen Geschichte" der Stalin-Note findet er in dem Band durchaus Neues, wenn auch letztlich nichts, was den Streit endgültig beenden könnte. Besonders Jochen Laufers Beitrag liegt ihm hier am Herzen. Laufer versuche zu zeigen, dass die Einlassungen Stalins zu einer möglichen Wiedervereinigung niemals ernst, sondern reine Taktik gewesen seien. In diesem Zusammenhang begrüßt Steiniger die von Bernd Bonvitsch und Sergej Kudrjasov besorgte Veröffentlichung von Gesprächen Stalins am 1. und 7. April 1952 mit der SED-Führung in Moskau im Wortlaut. So könne der Leser seine eigenen Schlüsse ziehen.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…