Manfred Flügge

Heinrich Mann

Eine Biografie
Cover: Heinrich Mann
Rowohlt Verlag, Reinbek 2006
ISBN 9783498020897
Gebunden, 511 Seiten, 24,50 EUR

Klappentext

Er war weit mehr als eine Facette in der Familiensaga der Manns, dem großen deutschen Gegenmythos des 20. Jahrhunderts. Mit Romanen wie "Professor Unrat" und "Der Untertan" hat Heinrich Mann seinem Vaterland den Spiegel vorgehalten - präzise und hellsichtig wie kaum ein anderer Autor seiner Zeit. Zugleich war er als Mensch eine Persönlichkeit, die bis heute fasziniert, aber auch befremdet. Sein Leben war voller Paradoxien und Widersprüche und erscheint doch so anrührend und grotesk wie das mancher seiner Figuren. Diese Biographie beschreibt Leben und Werk Heinrich Manns auf der Grundlage vieler neuer Quellen. Zahlreiche bisher unbekannte Details aus Heinrich Manns Privatleben werden dargestellt. Sein Verhältnis zur Sowjetunion wird auf realistischer Dokumentenbasis untersucht. Vor allem aber wird der enge Bezug von Leben und Schreiben gezeigt. Die "Darmstädter Jury" hat diese Biografie im August 2006 zum "Buch des Monats" gewählt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2007

Mit Lob bedenkt Rezensent Tilmann Lahme diese Heinrich-Mann-Biografie von Manfred Flügge. Er begrüßt das starke Interesse des Autors am politischen Heinrich Mann, an seiner politischen Bedeutung und Wirkung. In diesem Zusammenhang attestiert er Flügge, das weit verbreitete Bild des alternden Schriftstellers zu korrigieren, der Stalin verkannt, aber zugleich den Faschismus heftig bekämpft habe. Anhand von Archivfunden führe Flügge vor Augen, dass Mann den Faschismus weit unterschätzte und sich sein Verhältnis zum Kommunismus im Exil wandelte - von einer anfänglichen kritischen Distanz hin zu einem zunehmender Befürwortung. Gerade diese Archivfunde zeigen Heinrich Mann nach Ansicht des Rezensenten in einem "weniger positiven Licht". Das Bemühen Flügges, dem Leben des im Exil schließlich einsamen und finanziell bedrohten Schriftstellers gerecht zu werden, hält Lahme nichtsdestoweniger "aller Ehren wert". Erhellend scheinen ihm zudem Ausführungen über die verschiedenen Frauen im Leben Heinrich Manns.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.07.2006

Yaak Karsunke kann kaum glauben, wie wenig "Verständnis" Manfred Flügge in seiner Biografie sowohl dem Menschen als auch dem Autor Heinrich Mann gegenüber aufbringt. Schon die Beschreibung eines Fotos des Kindes Heinrich Mann stößt ihn durch das mangelnde Einfühlungsvermögen und die harschen Urteile des Autors ab. Im Folgenden fühlt er sich deshalb verpflichtet, Mann gegenüber seinem unnachgiebigen Biografen zur Seite zu stehen. Insbesondere die Sichtung des Lebenshintergrundes des Schriftstellers kommt nach Ansicht des Rezensenten viel zu kurz und er hat den Eindruck, Flügge interessiere sich ausnehmend für Mann als Autor. Doch selbst die literaturwissenschaftlichen Urteile dieser Biografie findet Karsunke alles andere als überzeugend, und so bleibt diese Lebensbeschreibung für den verärgerten Rezensenten eine besserwisserische "Fleißarbeit", die Heinrich Mann nicht verdient hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2006

Ein "anrührendes und nachdenklich stimmendes" Portrait Heinrich Manns sieht Jürgen Busche in Manfred Flügges Heinrich Mann-Biografie, der er das hübsche Kompliment macht, dass sie "mit zunehmendem Alter ihres Helden immer attraktiver" werde. Flügge porträtiert zunächst den jungen und "marginalen" Schriftsteller noch ein wenig distanziert, dann jedoch immer überzeugender den berühmten Essayisten und am Ende den in die USA "Exilierten". Je stärker Flügge Heinrich Manns Leben mit der deutschen Geschichte verknüpft, umso "einheitlicher" wird auch die Erzählung, freut sich der Rezensent. Die Romane und Novellen Manns, seine Neigung zu der kommunistischen Partei und die Rivalität mit dem Bruder Thomas erklärt der Biograf ebenfalls ausführlich und zwar ohne zu beschönigen.

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