Ein vielstimmiges Porträt der Familie Mann. Im ersten Teil werden Leseproben aus vier Generationen Mann vorgestellt, im zweiten Teil erzählt Hans Wißkirchen in komprimierter Form die Geschichte der Familie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2001
Einen herausragenden geistigen Protagonisten für das 20. Jahrhundert zu wählen, ist eine schwere Aufgabe und überdies zur Zeit auch aus der Mode gekommen, stellt Burkhard Müller fest. Stattdessen scheint, überblickt man die Fülle der jüngst erschienenen Publikationen, eine ganze Familie in den Blick genommen, wobei die Dynastie dem literarischen Wirken der einzelnen Mitglieder vorangestellt zu sein scheint. Ob das nun sinnvoll ist, fragt sich der Rezensent, der drei bzw. vier neue Bücher über die Manns gelesen hat. Der Doppelband des Rowohlt-Verlages, "Die Familie Mann - Ein Lesebuch" ist für Müller eine Art "Zwittergebilde" von zwei bereits vor zwei Jahren einzeln erschienenen Bänden, die der Verlag nun zu einem "dickleibigen Ganzen" zusammengefasst hat. Zunächst erwartet den Leser das Lesebuch, zur Belohnung gibt's dann die Familiengeschichte auf Hochglanz, versehen mit Illustrationen, berichtet der Rezensent. Neu ist in dieser Zusammenstellung zumindest, so Müller, dass hier nicht nur Patriarch Thomas nebst älterem Bruder Heinrich gleichberechtigt nebeneinander stehen, sondern sämtliche Mitglieder der Dynastie, die etwas geschrieben haben. So etwa Elisabeth Mann-Borgese, die sich am gründlichsten der Familie entzogen hatte und deren Schriftzeugnisse - vielleicht aus diesem Grund - witzig und frei von der Schwermut der Nachgeborenen geraten sind, lobt Müller.
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