Thomas Blubacher

Paradies in schwerer Zeit

Künstler und Denker im Exil in Pacific Palisades
Cover: Paradies in schwerer Zeit
Elisabeth Sandmann Verlag, München 2011
ISBN 9783938045572
Gebunden, 169 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Großartige Künstler, Schriftsteller, Theatermacher, Musiker und Philosophen versuchten zwischen 1933 und 1945 im amerikanischen Exil in der Nähe von Hollywood neue Arbeitsmöglichkeiten zu finden. Erstaunlicherweise ließen sich viele in den der Region Pacific Palisades nieder, wo in den privaten Häusern mit Blick auf den Pazifischen Ozean ein reger Austausch über die Arbeit, das Leben und das Überleben stattfand. Doch nur wenigen gelang es in der Fremde an ihre berufliche Erfolge zu Hause anzuknüpfen, darunter Thomas Mann, Vicki Baum, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel oder Salka Viertel. Die Anzahl derer, die scheiterten, wie der berühmte Regisseur Max Reinhardt, der Schriftsteller Alfred Döblin, der Schauspieler Marten Koslek oder auch der Historiker Heinrich Mann, war ungleich höher. Woher kamen die Arbeitsaufträge, und wie überstand man die entsetzliche Sorge um die Daheimgebliebenen? In welchen Häusern lebten die Exilanten, und wer wohnt heute darin? Die Antworten, die der Autor Thomas Blubacher gibt, verdichten sich zu einem Porträt deutscher Kultur im Exil.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011

Es hat in letzter Zeit einige Auseinandersetzungen mit der Sphäre des kalifornischen Exils gegeben, merkt Rezensent Jan Wiele an, darunter auch literarische, etwa von Michael Lentz und Klaus Modick. Dieser Band wählt einen anderen, dokumentarischen Ansatz, der den Rezensenten aber vollauf überzeugt. Die Anekdoten seien gut gewählt, und mit Interesse betrachtet Wiele die zahlreichen Fotos und faksimilierten Dokumente, die ihm das ganze Panoptikum der Exilerfahrungen vor Augen führen, von Gestalten wie Lion Feuchtwanger, der in einer schlossähnlichen Villa residieren konnte, bis hin zu Alfred Döblin, der von Arbeitslosengeld leben musste, über Regisseure wie Fred Zinneman, die in Amerika ihre eigentlichen Erfolge feierten bis hin zu Max Reinhardt, der in Los Angeles in Vergessenheit geriet. Ein Ort "zwischen Himmel und Erde", resümiert Wiele mit einem Wort Franz Werfels.