Seit Beginn ihres Bestehens hat sich die Bundesrepublik Deutschland gegen die Reparationsforderungen der Länder Europas gewehrt, die während des Zweiten Weltkriegs unter dem Raubkrieg und Terror der Nazi-Okkupation gelitten hatten. Sie machte nur minimale Zugeständnisse und verhinderte eine vertragliche Lösung mit diplomatischen Tricks und fadenscheinigen Argumenten. Doch ihre Rechnung ist nicht endgültig aufgegangen. Erneut stellen Griechenland und Polen Forderungen an Deutschland.Die vorliegende Untersuchung arbeitet zunächst die Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft am Beispiel Polens und Griechenlands auf. Anschließend werden die Strategien der deutschen Reparationsverweigerung aufgedeckt und mit dem derzeit bekannten Ausmaß der deutschen Reparationsschuld konfrontiert. Ausgehend von einer am Völkerrecht orientierten Sichtweise wird die Berechtigung der griechischen und polnischen Forderungen nachgewiesen und eine abschließende Regelung der Reparationsfrage vorgeschlagen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2019
Der hier rezensierende Professor für Holocaust-Studien, Stephan Lehnstaedt, liest dieses Buch des Historikers Karl Heinz Roth und des Politikwissenschaftlers Hartmut Rübner mit Interesse und ungeteilter Zustimmung. Die beiden Autoren rechnen ihm beispielsweise en detail vor, wie hoch die Summe der Reparationszahlungen wäre, die Polen gegenüber Deutschland geltend machen könnte: Allein für Mord, Ausbeutung und Zerstörung in Polen wären laut Roth und Rübner schätzungsweise 1182 Milliarden Euro fällig, informiert Lehnstaedt. Darüber hinaus liest der Rezensent hier nach, wie die verschiedenen Bundesregierungen seit Adenauer sich auf unterschiedliche Art und Weise vor den Zahlungen zu drücken versuchten, bzw. diese möglichst gering hielten. Dass nicht alle Zahlen auf dem aktuellen Forschungsstand sind, kann Lehnstädt verschmerzen. Der Forderung der Autoren, die bisher geleisteten Zahlungen an Polen zu verdoppeln, schließt er sich an.
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