Aus dem Französischen von Thomas Stauder. Mit 20 Abbildungen. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis Rose Valland (1898-1980) von ihren französischen Landsleuten als Heldin entdeckt und geehrt wurde. In Deutschland ist sie bis heute weitgehend unbekannt. Dabei hat sie mehr als 60 000 Kunstwerke vor dem Verlust gerettet und in zahllosen Fällen die Voraussetzungen für Restitutionen geschaffen. Während der nationalsozialistischen Plünderungen in Frankreich begann sie, heimlich gestohlene Werke zu registrieren, die das Museum Jeu de Paume durchliefen. Dabei holte sie weggeworfene Notizen aus Mülleimern und hörte die Unterredungen von Amtspersonen ab. Die so erlangten Informationen übermittelte sie an die Résistance und riskierte dabei ihr Leben. Nach dem Krieg reiste sie im Rang eines Hauptmanns nach Deutschland, um geraubte Kunst aufzuspüren. Rose Valland verfolgte ihre Mission der Gerechtigkeit bis zu ihrem Tod. Sie wurde vielfach ausgezeichnet und doch auch vergessen. Dieses Buch gibt ihr ihren Platz als furchtlose Frau des Widerstands in der Geschichte zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2024
Rezensentin Alexandra Wach verspricht mit Jennifer Lesieurs Buch über Rose Valland eine unterhaltsame Lektüre. In ihrem "Lebensbericht" rollt die Autorin auf, wie die unauffällige Museumsarbeiterin im Jeu de Paume, Paris, während der Zeit der deutschen Besatzung heimlich Protokoll über den nationalsozialistischen Raub, Tausch und die Verbrennung von Kunst führte, dank dem etliche Kunstwerke nach Kriegsende restituiert und beteiligte Nationalsozialisten belangt werden konnten. Dabei zeichne die Autorin ein anekdotenreiches, lebendiges Bild vom Leben und der Tätigkeit dieser später mit Orden überhäuften, dann doch schnell wieder vergessenen Heldin, wobei der Kritikerin die rasante Mischung aus Fakten, Spannungsbögen und "unterkomplexen Charakteranalysen" (etwa Hitlers) zum Teil etwas zu bunt und "mühsam" zu lesen ist. Auch, dass die Innenperspektive Vallands manchmal verschwimmen lässt, ob nun Valland oder Lesieur spricht, fällt ihr negativ auf. Dennoch eine "fesselnde Hommage" für ein breites Publikum, schließt Wach.
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