Stephan Lehnstaedt

Der Warschauer Aufstand 1944

Cover: Der Warschauer Aufstand 1944
Reclam Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783150114834
Broschiert, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Der Warschauer Aufstand von 1944 ist heute das wichtigste Symbol polnischen Heldenmuts und Freiheitsdrangs im Zweiten Weltkrieg. Aber er war auch eine nationale Katastrophe, denn die Deutschen reagierten mit äußerster Brutalität: mit Massenexekutionen und Deportationen, gefolgt von der systematischen Zerstörung der Hauptstadt. Mindestens 150.000 zivile Tote und weitere Hunderttausende Deportierte waren zu beklagen. Stephan Lehnstaedt zeigt, wie die deutschen Verbrechen und das Abwarten der Roten Armee nach über zwei Monaten zum Scheitern dieser außergewöhnlichen Widerstandsaktion führten. Die Reihe "Kriege der Moderne", herausgegeben vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, macht die jüngsten Erkenntnisse der Forschung einem breiten Publikum zugänglich. Die wichtigsten militärischen Krisen und kriegerischen Konflikte der vergangenen Jahrhunderte werden sowohl im Hinblick auf den Verlauf der Auseinandersetzungen als auch in Bezug auf politische sowie kulturelle Zusammenhänge anschaulich dargestellt und analysiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.08.2024

Immer noch zu wenig präsent in der Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs ist laut Rezensent Robert Probst der Warschauer Aufstand des Jahres 1944 - der vorliegende Band ist glücklicherweise dazu geeignet, dies zu ändern. Der Historiker Stephan Lehnstaedt stellt darin laut Probst kenntnisreich dar, wie sich die "Armia Krajowa" im Juli 1844 gegen die deutschen Besatzer zur Wehr setzte und wie die Deutschen den Aufstand mit brutalen Mitteln niederschlugen, viele Zivilisten töteten und große Teile Warschaus in Schutt und Asche legten. Ein bestialisches Verbrechen, das, findet Probst, mehr Aufmerksamkeit verdient - durch Bücher wie dieses.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.07.2024

Ein Buch, das eine zu wenig bekannte Episode aus dem Zweiten Weltkrieg aufarbeitet, hat Stephan Lehnstaedt laut Rezensent Konstantin Sakkas geschrieben: Der Historiker beschäftigt sich, lernen wir, mit dem Warschauer Aufstand im Sommer 1944, der von der Polnischen Heimatarmee organisiert wurde, die wiederum der antikommunistischen polnischen Exilregierung in London unterstand. Sakkas' Rezension beschränkt sich im Wesentlichen darauf, mit Lehnstaedt den historischen Kontext sowie den Verlauf des Aufstands zu rekonstruieren, der 180000 Opfer in der Zivilbevölkerung forderte und dessen Einordnung in Polen bis heute umstritten ist - die Kommunisten hielten ihn für unnötig und außerdem für eine letztlich auch gegen die Sowjetunion gerichtete Aktion. Bedacht werden muss freilich unter anderem, so Sakkas nach Lehnstaedt, dass deutsche Truppen im Vorfeld zehntausende Warschauer umgebracht hatten und dass der Vormarsch der Roten Armee, auf deren Unterstützung die Aufständischen durchaus hofften, zum Stillstand gekommen war. Jedenfalls gibt es auch in Deutschland einen Bedarf an Informationen über den Warschauer Aufstand, weshalb der Rezensent diese Veröffentlichung begrüßt.