Mit 52 SW- und Duplexabbildungen. Harry Graf Kessler (1868-1937) war eine schillernde Figur in der europäischen Kulturgeschichte um 1900. Über fünf Jahrzehnte bewegte er sich so elegant wie eloquent auf dem gesellschaftlichen Parkett und verkehrte in den Kreisen von Intellektuellen, Politikern und Künstlern: zumeist als Beobachter, oft als Mäzen, nicht selten als Autor. In der eigens von ihm begründeten Cranach Presse gestaltete er hinreißend schöne Bücher. Kesslers Tagebuch, das er seit dem zwölften Lebensjahr führte, entfaltet dank seiner Beschäftigung mit wegweisenden europäischen Künstlern, von Monet über Munch bis Maillol, und durch seine Zuarbeit für Staatsmänner wie Rathenau und Stresemann ein Kaleidoskop der Zeitenwende zur Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.09.2015
John Dieter Brinks Essay über den Publizisten und Künstlerfreund Harry Graf Kessler veranlasst Wilhelm von Sternburg zu einer eigenen Würdigung dieses "kunstbesessenen Ästheten". Der Rezensent hält Kessler für einen der wichtigsten Zeugen seiner Zeit, auch wegen seiner zwischen 1880 und dem Tod 1937 sorgfältig geführten Tagebücher. Sternberg zitiert einige Male aus Brinks biografischem Essay und macht eher beiläufig deutlich, dass er ihn für gelungen facettenreich hält. Reich bebildert sei der Band zudem, lobt der Kritiker.
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