Aus dem Französischen und herausgegeben von Henning Ritter. Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau hat weit über das 18. Jahrhundert hinaus gewirkt. Seine Briefe an Frauen und Männer, an Geistliche, Fürsten und prominente Intellektuelle sind philosophische Statements. Henning Ritter legt nun die erste deutsche Ausgabe dieser Briefe vor. Rousseaus Beiträge zu Philosophie und Anthropologie, zur politischen Theorie, zu Religion und Erziehung, Musik und Botanik sind heute so aktuell wie vor zweieinhalb Jahrhunderten, etwa wenn er darüber räsoniert, dass ein Erdbeben nur zur Katastrophe wird, weil Menschen an einer gefährdeten Stelle eine Großstadt gebaut haben. Der große Aufklärer aus Frankreich erweist sich als Meister der pointierten Formulierung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2012
Ralf Konersmann schätzt diese erhellende Edition von Briefen Jean-Jacques Rousseaus, die Hennig Ritter besorgt hat. Die Auswahl der Briefe findet er sehr gelungen, vermittelt sie dem Leser doch, wie sehr diese literarische Form Rousseau entsprochen, wie sehr er hier einen "ganz eigenen Ton" gefunden hat. Darüber hinaus wird für Konersmann deutlich, dass Rousseau die Gattung des philosophischen Briefes, der zugleich philosophische Abhandlung neu belebt hat. Dabei zeichnen sich die Briefe in seinen Augen durch ausgefeilte Dramaturgie und Überzeugungsstrategie aus, sie sprechen den Leser direkt an, beziehen ihn ein und beteiligen ihn. Das Fazit des Rezensenten: "lesenswert".
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