John F. Kennedy wusste, dass ein mit der Atomwaffen von USA und Sowjetunion geführter "heißer Krieg" wohl das sichere Ende der Menschheit bedeutet. Das Gleichgewicht des Schreckens, das durch zahlreiche Konflikte immer wieder auf die Probe gestellt wurde, zementiert die Spaltung Europas und der übrigen Welt in zwei Machtblöcke bis zum Ende des Kalten Krieges. Doch dieser ist nicht bloß ein historisches Relikt. Die Welt nach dem Kalten Krieg ist geprägt durch die einst geschaffenen Verhältnisse, wie der Ukraine-Konflikt, der syrische Bürgerkrieg oder die Spannungen mit Nordkorea eindrucksvoll belegen. Der neue marixwissen-Band bietet daher nicht nur eine Übersicht der politischen Entwicklungen von 1945 bis 1989/90, sondern wagt auch einen Ausblick in unsere nahe Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2017
Hans-Jochen Luhmann hält das Buch von Heinz Gärtner für einen Augenöffner. Vorurteile über den Kalten Krieg lassen sich damit aus dem Weg räumen, meint der Rezensent, der vor allem Gärnters Methodik dafür rühmt. Statt eines Geschichtsbuchs im akademischen Sinn nämlich legt der Autor laut Luhmann eine strukturale Analyse des Kalten Krieges vor, die sowohl die Polarisierung offenlegt als auch deren Fortwirken im kollektiven Bewusstsein bis heute klärt. Die Anschaulichkeit des Textes findet Luhmann bemerkenswert.
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