Aus dem Englischen von Diane von Weltzien. Sechs Jahre Recherchearbeit, Interviews mit hunderten Zeitzeugen, geheime Papiere, teilweise massive Repressalien von offizieller Seite - das ist der Hintergrund von "Jagd unter Wasser". Sherry Sontag und Christopher Drew haben das Schweigen rund um die jahrzehntelange U-Boot - Spionage während des Kalten Krieges durchbrochen. Falls es eine Steigerung von Geheimhaltung gäbe, müsste sie auf die Geschichte der Unterwasser - Spione angewandt werden. Hunderttausendfaches Schweigen, per Eid gelobt. Schweigen gegenüber der Ehefrau, den Kindern, den Freunden. Schweigen, das einsam macht, Ehen zerstört, Biographien verdunkelt. Mit großem Einfühlungsvermögen gewannen Sontag und Drew das Vertrauen von Offizieren, Matrosen und Technikern. Ihre Namen blieben unter Verschluss. Drohungen von Seiten der US - Navy und der Geheimdienste konnten weder die Aussagebereitschaft der Betroffenen noch das Engagement der Journalisten erschüttern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2000
Gerald Sammet hat diese "akribisch recherchierte Studie" offenbar mit einigem Gewinn gelesen. Dass dennoch so manche Frage offen bleibt, kreidet er nicht den Autoren an, sondern sieht dies in der Tatsache begründet, dass auch heute noch nicht alle Archive zugänglich sind. Er betont jedoch, dass die Autoren "auf vielschichtige Weise" deutlich machen, welche Faktoren letztlich im Kalten Krieg von entscheidender Bedeutung waren. Aufschlussreich findet Sammet nicht nur die Erkenntnisse über so manche Havarie unter Wasser und die verschiedenen Taktiken bei der U-Boot-Spionage, sondern auch den Blick auf die Moral der Besatzungen. So erwähnt er, dass die amerikanischen Offiziere und Besatzungen, die bereits Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatten, einen stärkeren Zusammenhalt und mehr Disziplin zeigten als die jüngeren Generationen, bei denen u. a. Drogenkonsum und ein "Privatkrieg gegen den Kommunismus" eine Rolle spielten. Nicht zuletzt werde in der Studie deutlich, wie sehr sich die Haltung der "Falken in beiden Lagern" heute überlebt habe.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…