Mit 46 Abbildungen. Die Neurochirurgie hat sich vor gut 100 Jahren aus der Chirurgie und der Neurologie entwickelt. Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland die Schlüsselstellen der Macht übernahmen, begann das Spezialgebiet gerade erst, sich als eigenständiges Fach zu etablieren. Von 69 damals hirnchirurgisch tätigen Ärzten wurden 13 aus rassistischen Gründen verfolgt. Zu ihnen zählten einige der erfahrensten deutschen Neurochirurgen. Fast alle flohen aus ihrer Heimat und kehrten nicht wieder zurück. Die Lücken, die sie hinterließen, wurden nie benannt. In der Emigration gelang es nur den jüngsten von ihnen, in der Neurochirurgie wieder Fuß zu fassen. Dieses Buch widmet sich den wissenschaftlichen Verdiensten der Vertriebenen und zeichnet ihre Biografien und Emigrationswege nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.03.2018
Rezensentin Pamela Dörhöfer ist dankbar für die Arbeit der Neurochirurgen Ulrike Eisenberg, Hartmut Collmann und Daniel Dubinski. Das Buch erinnert an die Biografien von 13 nach 1933 verfolgten deutschen Hirnchirurgen - darunter Ludwig Guttmann, Otfried Foerster, Alice Rosenstein und Moritz Borchardt -, an ihre Pionierleistungen auf dem Gebiet der Neurologie und Hirnchirurgie sowie an ihr Schicksal als verfolgte Juden. Die im Buch geschilderten Behandlungsmethoden erscheinen der Rezensentin zwar mitunter martialisch, an die Erfolge dieser Mediziner zu erinnern, findet sie aber in jedem Fall wichtig.
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