Erika Tophoven

Becketts Berlin

Cover: Becketts Berlin
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2005
ISBN 9783894791599
Gebunden, 143 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit Auszügen aus dem unveröffentlichten Reisetagebuch Becketts. Mit zahlreichen Duoton Abbildungen im Text sowie 26 meist farbigen Abbildungen auf Tafeln. In den Jahren 1936/1937 unternahm der dreißigjährige Samuel Beckett eine sechsmonatige "Winterreise" durch Deutschland. Ab dem 11. Dezember verbrachte er fünf Wochen in Berlin. Hier interessierte sich der junge Schriftsteller vor allem für die Kunstmuseen, die er häufig besuchte. Während der Reise führte Beckett Tagebuch. Erika Tophoven, seit langem Übersetzerin der Werke Becketts, erhielt Zugang zu diesen bislang unveröffentlichten Aufzeichnungen. Sie schildert seine Erlebnisse und Eindrücke und zitiert auszugsweise aus dem Tagebuch. Es entsteht das einzigartige Bild einer Kunstreise, die einer der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts in politisch hoch brisanter Zeit unternahm.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Erika Tophoven war zusammen mit ihrem Mann Elmar über Jahrzehnte die Übersetzerin Samuel Becketts. Ihr neuestes Buch, es ist opulent bebildert, trägt den Titel: "Beckett in Berlin". Sie erzählt darin von den sechs Wochen, die der irische Autor im Winter 1936-1937 in Berlin verbrachte. Als Grundlagen ihrer Arbeit nennt sie ein kleines dunkelrotes Notizbuch, das "Whoroscope notebook", in dem sich Vermerke aus den dreißiger Jahren finden, die Korrespondenz mit seinem Freund MacGreevy und als wichtigstes Stück sechs Hefte mit tagtäglichen Eintragungen von der Deutschlandreise im Winterhalbjahr 1936-1937...
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2006

Erst vor drei Jahren wurden die Tagebücher entdeckt, die Samuel Beckett auf seiner Reise nach Berlin in den Jahren 1936 und 1937 verfasst hat. Der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sind sie noch nicht, weswegen Rezensent Ralf Hertel diese Auswertung der Beckett-Übersetzerin Erika Tophoven sehr verdienstvoll findet. Allerdings gibt es hier einen recht griesgrämigen Beckett zu erleben. Sein Erfolg als Schriftsteller lässt auf sich warten, er hat kein Geld und findet Deutschland einfach nur "grässlich". Die Eintöpfe schmecken ihm nicht, an Konversation scheint er nicht sonderlich interessiert zu sein ("Wie absurd, in einer anderen Sprache schweigen zu lernen"), und geheuer sind ihm die Leute auch nicht. Sie bräuchten bald einen Krieg, zitiert ihn der Rezensent, "sonst platzen sie". Auch wenn Hertel gar nicht genug herausstreichen kann, wie aufschlussreich Becketts Beschreibung der Vereinsamung und der Erstarrung in Hinsicht auf seine spätere Stücke sind, scheint ihm die "Ereignislosigkeit", die Beckett hier mit "buchhalterischer Kleinlichkeit" protokolliert, ein wenig aufs Gemüt geschlagen zu sein.
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