Daniel Cohn-Bendit (Hg.), Rüdiger Dammann (Hg.)

1968

Die Revolte
Cover: 1968
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783100102300
Taschenbuch, 258 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen meist zweifarbigen Abbildungen. Flower Power, freie Liebe, die Befreiung aus dem Muff von tausend Jahren war es für die einen, der Beginn von bleierner Zeit, Terror und Chaos für die anderen: 1968 ist mehr als nur ein bestimmtes Jahr. Die von den 68ern in Gang gesetzten Ereignisse markieren eine tiefe Zäsur in der Geschichte unseres Landes. Ihre Folgen sind bis heute spürbar: Ob Erziehung, Bildung und Sexualität, das Verhältnis der Bürger zum Staat, politische Beteiligung oder das spannungsreiche Verhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit all dies wurde durch die Debatten und Aktivitäten der 68er neu definiert.
Die Autoren dieses Bandes waren zum Teil maßgeblich an den Ereignissen beteiligt und bestimmten sie mit. Farbig und aus eigener Anschauung berichten sie, wie sie 1968 und die Folgejahre erlebten und wie sie auf das, was sie damals wollten, von heute aus zurückblicken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.01.2008

Mit diesem von Daniel Cohn-Bendit und Rüdiger Dammann herausgegebenen Sammelband zu 1968 kann Rezensenten Gottfried Oy wenig anfangen. Ihm erscheint hier die Revolte viel zu sehr mit Stimmungen und Gefühlen erklärt und viel zu wenig mit dem repressiven Charakter der damaligen Bundesrepublik. Auch dass die Herausgeber nicht nur auf das deutsche '68 blicken, sondern auch auf das tschechische, findet nicht unbedingt sein Wohlwollen. Ein solches allgemeines "Aufbegehren" der Jugend gegen Kapitalismus und Kommunismus scheint ihm ohne Richtung. Schließlich moniert er etliche Redundanzen ("Immer wieder der Schah-Besuch, die Kommune I und der Vietnamkongress").

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.12.2007

Die Herausgeber Daniel Cohn-Bendit und Rüdiger Damman sieht Rezensent Christoph Albrecht-Heider auf einer "neuen Welle der Erinnerungskultur" reiten. Den "positiven Grundton" der Beiträge lässt er sich gefallen, kritisiert aber, dass sich die geweckten Erwartungen eines sich auch der pop- und kunstkulturellen Seite von '68 widmenden Bandes nicht erfüllen. Stattdessen lernt der Rezensent einiges über die hedonistischen Züge der Studentenbewegung und ihre Wirkung auf das Verhältnis von Mann und Frau "in den Betten". Richtig stark findet er die Beiträge, die "ohne idelogische Scheu" nach den der Revolte zugrundeliegenden Motiven fahnden. Überflüssig dagegen erscheint ihm die Einlassung zweier Texte mit der "Terrorszene". Die nämlich hält Albrecht-Heider für "nur eine Abstammungslinie von 68".
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