Christof Münger

Kennedy, die Berliner Mauer und die Kubakrise

Die westliche Allianz in der Zerreißprobe 1961 bis 1963. Diss.
Cover: Kennedy, die Berliner Mauer und die Kubakrise
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2003
ISBN 9783506775313
Gebunden, 404 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Ein tiefer Graben zwischen den USA und Großbritannien einerseits und Frankreich und Deutschland andererseits - er tat sich schon einmal auf, vor über 40 Jahren, als die Mauer gebaut wurde und die Sowjetunion Raketen vor der Haustür der USA stationierte. Dieses Buch thematisiert, gestützt auf neue Quellen, eine schwere binnenwestliche Krise, die im Schatten der großen, weltbedrohenden Ost-West-Konflikte bislang weitgehend unbeachtet blieb: 1961 bis 1963 kam es in der westlichen Allianz zu einer bis dahin nicht gekannten Zerreißprobe, weil man sich nicht einigen konnte, wie auf die sowjetischen Druck- und Erpressungsversuche reagiert werden sollte. Während in der Berlin-Krise Adenauer und de Gaulle für einen kompromisslosen Kurs gegenüber dem Osten waren, zeigten sich Kennedy und Macmillan konzessionsbereit. Erst nachdem Kennedy in der Kubakrise einen großen Erfolg verbuchen konnte, gelang es den USA, sich gegenüber Bonn und Paris durchzusetzen. Mit den Briten im Kielwasser handelten die Amerikaner mit den Sowjets 1963 das Atomteststoppabkommen aus. Damit einigten sich die Supermächte auch auf die endgültige Festschreibung der Teilung Deutschlands, und es begann die Epoche des "Kalten Friedens", der bis zum Fall der Mauer Bestand haben sollte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2004

Zufrieden zeigt sich Rezensent Louis Gerber mit dieser Dissertation, die sich mit der bis dahin größten Krise des transatlantischen Bündnisses in den Jahren 1961 bis 1963 befasst. In aller Ausführlichkeit erzählt der Rezensent die dramatischen Ereignisse jener Jahre nach, die schließlich in der Kubakrise gipfelten. Über Müngers Arbeit selbst erfährt man dabei allerdings kaum etwas. Zumindest stellt Gerber am Ende seiner Besprechung lobend fest, dass es Münger gelungen sei, "die komplizierten Sachverhalte, Ereignisse und Entscheidungen wie auch ihre Wahrnehmung durch die jeweiligen Akteure auf der Basis umfangreichen Quellenmaterials in verständlicher Sprache zu analysieren".

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