Aus dem Russischen von R. Meier. Das Buch beschreibt den erfolgreichen Kampf Nikita Chruschtschows um die Macht. Ihm gelang der Aufstieg an die Spitze der Partei. Er war bestrebt, die Effizienz der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu verbessern und war zutiefst vom Sieg des Sozialismus überzeugt. Die Auseinandersetzung mit der Politik der USA und der anderen Westmächte führte zur Berlinkrise und der Errichtung der Berliner Mauer. Die staatsmännische Weisheit Chruschtschows und Kennedys konnte während der Kubakrise, die ausführlich abgehandelt wird, einen 3. Weltkrieg verhindern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2004
Mit Interesse hat Thomas Urban dieses Buch gelesen, in dem sich Sergej Chruschtschow an seinen Vater Nikita erinnert. Wesentlich Neues hat er darin zwar nicht über den einstigen sowjetischen Generalsekretärs erfahren, wohl aber einige "aufschlussreiche Nuancen". So hat er bisher nicht gewusst, dass sich Nikita Chruschtschow etwa regelmäßig die Produktionsziffern der DDR und der Bundesrepublik hat vorlegen lassen, dass seine Schwiegertochter ebenso wie Molotows Frau im Gulag saß, oder dass der "letzte naive Kommunist" nach seiner Absetzung gar nicht mehr so gläubig war. Auch Raketenliebhaber dürften auf ihre Kosten kommen, denn in gut der Hälfte des Buches beschäftigt sich Sergej Chruschtschow, der, wie Urban berichtet, selbst Mathematiker an einem Geheiminstitut war, mit Konzeption und Erprobung verschiedener Raketengenerationen. Vermisst hat der Rezensent allerdings Aufschlüsse über Chruschtschows Rolle bei den Stalinschen Säuberungen oder beim Bau der Mauer.
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