Christian Thomasius

Christian Thomasius: Briefwechsel

Band 2: Briefe 1693-1698
Cover: Christian Thomasius: Briefwechsel
De Gruyter Oldenbourg Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783110470154
Gebunden, 707 Seiten, 129,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben  von Frank Grunert, Matthias Hambrock und Martin Kühnel. Über die weitreichende Bedeutung von Briefwechseln für die Formierung der frühneuzeitlichen Gelehrtenrepublik besteht seit längerem ein für geisteswissenschaftliche Verhältnisse ungewöhnlicher Konsens. Die großen Briefwechsel von Grotius, Leibniz oder Haller machen deutlich, dass die Innovationsdynamik der Gelehrtenkultur im 17. und 18. Jahrhundert im Wesentlichen auf Kommunikationsstrukturen zurückzuführen ist, die durch Korrespondenzen und durch die damit verbundenen Netzwerke etabliert wurden. Obwohl der in Halle lehrende Jurist und Philosoph Christian Thomasius (1655-1728) zu den "schlechthin zentralen Persönlichkeiten" der deutschen und - über deren Rezeption - auch der europäischen Aufklärung gehört, ist eine Edition seiner Korrespondenz zwar verschiedentlich als Desiderat benannt, tatsächlich aber noch nie in Angriff genommen worden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2021

Der hier rezensierende Historiker Martin Mulsow, Professor für Wissenskulturen der europäischen Neuzeit in Erfurt, liest die Korrespondenz des Frühaufklärers Christian Thomasius aus den Jahren 1693-1698 wie einen Krimi. Die Netzwerke und Auseinandersetzungen der damaligen Zeit zwischen Halle und Leipzig, zwischen Theologen, Naturwissenschaftlern und Ökonomen spiegeln sich laut Mulsow in den Briefwechseln von Thomasius mit Zeitgenossen wider. Gesellschaftspolitisches und Akademisches wird für Mulsow sichtbar sowie die einander bekämpfenden akademischen Lager. Zusammen mit den reichen Kommentaren der Edition bilden die auf einen lebendigen Diskurs verweisenden Briefe für den Rezensenten die Basis für eine "Netzwerkgeschichte" der Frühaufklärung.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…