Louise Dupin

Wir sind alle gleich, Monsieur!

Eine Feministin erhebt Einspruch
Cover: Wir sind alle gleich, Monsieur!
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783803113870
Geheftet, 144 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Rudolf von Bitter. Die Vorstellung, dass die eine Hälfte der Menschheit wert- und verdienstvoller, stärker und klüger sei als die andere, hält sich durchaus hartnäckig. Doch auch der Protest gegen diese unsinnige Behauptung ist alt: Louise Dupin war eine "Aufklärerin" und Pionierin des Feminismus. Gut gelaunt, großzügig und geduldig behandelt sie in ihrem Traktat die vermeintlichen Geschlechterunterschiede, auf die Politik, Rechtsprechung und Moralvorschriften gründen. Auf welch windigen Annahmen die Behauptung männlicher Überlegenheit beruht, nimmt sie genüsslich aufs Korn und mithilfe vieler Beispiele auseinander. Geschrieben vor beinahe 300 Jahren ist ihre sorgfältig ausgearbeitete Abhandlung ein Vorläufer von Simone de Beauvoirs ikonischem Werk: Denn Louise Dupin ist entschieden überzeugt davon, dass "wir nicht als Mädchen geboren, sondern dazu gemacht werden". Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit bleiben Ideale, Humor eine erfrischende Waffe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2025

Rezensentin Sonja Asal lernt eine frühe Verfechterin der Gleichberechtigung kennen in diesen Auszügen aus einem nie veröffentlichten Traktat von Louise Dupin. Die Auswahl mit "informativem Kommentar" zeigt Asal eine Autorin, die lakonisch und ironisch, und vor allem treffsicher über das ungleiche Verhältnis von Frau und Mann in ihrer Zeit schreibt. Argumentativ klar strukturiert, wenngleich auch nicht ganz ohne "Systemzwang", wie Asal feststellt, geht Dupin von der robusten Frau aus, für die die Geburt kein schmerzvolles Unterfangen darstellt und die nur auf die Gelegenheit wartet, mit dem Mann gleichzuziehen. Für die Änderung des gesellschaftlichen Bewusstseins setzt Dupin auf Bildung, erklärt Asal. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht, die Autorin war ihrer Zeit voraus, mutmaßt die Rezensentin.

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