Anna Fodorova

Lenka Reinerová - Abschied von meiner Mutter

Mit einem Nachwort von Jaroslav Rudiš
Cover: Lenka Reinerová - Abschied von meiner Mutter
btb, München 2022
ISBN 9783442772346
Taschenbuch, 208 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen von Christina Frankenberg. Mit einem Nachwort von Jaroslav Rudiš. Sie war die letzte deutschsprachige Autorin Prags, die große Dame der deutsch-tschechischen Literatur, Jüdin, und sie hat sie bis zu ihrem Tod 2008 in Prag alle überlebt: Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Max Brod. Vor den Nazis flüchtet sie über Paris, Marseille und Casablanca bis nach Mexiko-City, nach ihrer Rückkehr wird sie im Zuge der stalinistischen Säuberungen in der Tschechoslowakei inhaftiert - Lenka Reinerová lebte ohne Zweifel eine der bewegendsten Biografien des vergangenen Jahrhunderts. In ihrem so poetischen wie persönlichen Buch nimmt ihre Tochter Anna Fodorova, die heute als Psychotherapeutin in London lebt, Abschied von der berühmten Mutter. Es ist die Geschichte der letzten Jahre von Lenka Reinerová, es ist eine neue Begegnung mit der großen Dame der deutsch-tschechischen Literatur, und es ist der Blick einer erwachsenen Tochter auf das Leben mit ihrer Mutter.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2022

Rezensentin Alena Wagnerová würdigt Anna Fodorovás Erinnerungen an ihre Mutter nicht nur dafür, dass sie eine neue Sicht auf die berühmte und äußerst umtriebige und produktive Kommunistin und Erzählerin gewähren. Wagnerová lobt auch, dass man einen tiefen Einblick in die familiären Tabuzonen erhält, die der Holocaust hinterlassen hat. Das "mit Liebe und Verständnis verfasste Erinnerungsbuch" ist somit auch ein Zeugnis der tiefen Ambivalenz der Tochter gegenüber der eigenen Familiengeschichte und den darin aufbewahrten transgenerationalen Traumata, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.05.2022

Rezensentin Olga Hochweis gefällt das dichte und feinsinnige Erinnerungsbuch von Anna Fodorova über ihre 2008 verstorbene Mutter, die Journalistin und Autorin Lenka Reinerova, die als letzte Vertreterin der deutsch-jüdischen Literatur in Prag galt. Fodorova, die seit mehr als 50 Jahren in London lebt, verfasste das Buch auf Tschechisch um fragmentarisch und ohne Chronologie von den Traumata und Verlusten ihrer Mutter zu erzählen, die auch ihr eigenes Leben prägten, erklärt die Rezensentin. Die lesenswerte Darstellung dieser Mutter-Tochter-Beziehung ist herzerwärmend und vor dem Hintergrund aktueller Geschehnisse tragischerweise auch aktuell, schließt Hochweis.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…