Walter Benjamin, Leo Löwenthal, Leo Strauss, Franz Neumann, Hannah Arendt, Theodor W. Adorno verkörperten einen besonderen Typus des Wissenschaftlers. Was die ideengeschichtliche Tradition als den Konflikt zwischen Theorie und Praxis gekannt hat, erfuhr im "Zeitalter der Extreme" (Eric Hobsbawm) sowohl eine existentielle Vertiefung als auch eine bisher unbekannte Verschärfung: Diese Wissenschaftler wurden durch politische Verfolgung und Flucht, durch Exil und die Drohung des Holocaust aus ihrem angestammten Wirkungsfeld herausgerissen und mussten sich in einem anderen Umfeld neu orientieren.
Alfons Söllner skizziert die historische Formierung des "Political Scholar", portraitiert seine einflussreichsten Vertreter und fragt nach ihrem Platz in der weiteren Intellektuellengeschichte des 20. Jahrhunderts.
Interessiert, aber nicht vollends positiv bespricht Rezensent Detlev Claussen, selbst Autor einer Adorno-Biografie, diesen Band. Dem Begriff des "political scholar" kann er einiges abgewinnen und verortet ihn "am Schnittpunkt zwischen europäischer Philosophie und US-amerikanischer Sozialwissenschaft". Claussen findet auch einige lesenswerte Ausführungen über Franz L. Neumann, Leo Löwenthal und anderen Autoren aus dem Umfeld der "Kritischen Theorie", auch einiges zu Theodor W. Adorno selbst. Und schließlich fallen weitere Namen wie Jürgen Habermas. Aber Claussen warnt: Hier geht es nicht um eine klare Typologie, es handele sich bei den Essays eher um Nebenprodukte von Söllners Forschungsarbeit. Darum überzeugt ihn der Band, den er am Ende als einen "Kessel Buntes" bezeichnet, nicht ganz.
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