Seit Hegel kursieren verschiedene Varianten eines Endes der Kunst. Eine Antwort auf die Frage, wie sich dieses Gerücht so hartnäckig halten konnte, gibt die systematische Rekonstruktion des Topos "Ende der Kunst" bei Hegel, Nietzsche, Benjamin, Adorno und Heidegger. Neben die allgemeinverständliche Darstellung der wichtigsten Theoretiker des Endes der Kunst tritt der Versuch, die latente Reflexion nachhegelscher Kunstphilosophie auf das Verhältnis von Tradition und Moderne am Fallbeispiel des Endes der Kunst freizulegen. Trotz unterschiedlicher Positionen geht es in der Rede vom Ende der Kunst immer um das, was die Moderne fortlaufend produziert, aber ihrem Selbstverständnis nach nicht sein darf: Tradition.
Es ist nichts Neues, weiß Ludger Heidbrink, das Ende der Kunst zu verkünden. Neu ist ebenfalls nicht, dieses Ende in Zweifel zu ziehen. Davon geht auch die an der Universität New York Literaturwissenschaft lehrende Eva Geulen aus und hat mit der Methode der Diskursanalyse Texte von Nietzsche, Benjamin, Adorno und Heidegger darauf untersucht, wie diese Autoren den Abgesang auf die Kunst einfädeln, um sie sodann wiederauferstehen zu lassen, berichtet der Rezensent. Sich des Themas so zu nähern, findet Heidbrink eher "unergiebig". Nicht nur, dass er die Lektüre recht "mühsam" und "immanent" findet, auch Geulens Fazit ist ihm schlicht zu "mager". Denn woran es hier mangle, sei eine Auseinandersetzung mit dem "konkreten Phänomen des Kunstwerks" zum Beispiel bei Klee, Cezanne oder van Gogh. Und wenn sich die Autorin schon ganz auf die Theoretiker der Kunst konzentrieren wolle, dann hätte sie wenigstens, ärgert sich der Rezensent, den "historischen Überbietungsfuror", mit dem sich mancher Denker seit der Aufklärung in Sachen "Kunstende" hervorgetan habe, näher untersuchen können.
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