
Wie ein Komet auf die Erde oder wie Wittgenstein
in die Philosophie wird
Richard Taruskins sechsbändige
"History of Western Music" in die
Musikgeschichte einschlagen,
prophezeit der britische Autor und Philosoph
Roger Scruton: "Altes Leben wird ausgelöscht, neues befördert und die Landschaft für immer verändert." Denn: "Dies ist nicht nur ein Werk akademischer Musikwissenschaft. Es ist auch, und zuallerst, ein Werk der Kulturkritik, das westliche Musik in ihren vollen historischen und literarischen Kontext setzt... Stellen Sie sich
Heinrich Wölfflins kunstgeschichtliche Vorstellungskraft vor,
Donald Toveys analytisches Genie und
Hugo Riemanns Verständnis von harmonischen Funktionen, und dies alles mit der kritischen Intelligenz eines
T.S. Eliot angewandt. Und stellen Sie sich diese Kombination auf den aktuellen Stand gebracht vor, mit einem kritischen Blick auf modische Mantras (von Meta-Narrativ bis zur Hermeneutik des Verdachts). Dann haben Sie Taruskin."
Benjamin Markovits
quittiert die Geschichte des wegen eines unsauberen Berichts gefeuerten
New-York-Times-Reporters
Michael Finkel, der später herausfand, dass sich ein gesuchter Mörder unter seinem Namen in Mexiko versteckte, mit dem Witz: "Wenn ein Mann erst einmal anfängt zu morden, dann dauert es nicht lange, bis er auch Raub nicht so schlimm findet. Und vom Raub ist es nicht weit zum Trinken und dem Brechen des Sabbaths. Und dann fehlt nicht mehr viel zur Unhöflichkeit und Unpünktlichkeit."
Weitere Artikel: Eine tolle Geschichte
erzählt Lorna Gibb mit ihrer Biografie der
Lady Hester Stanhope, berichtet Annette Kobak: Die sehr geistreiche,
etwas wahnsinnige Dame, ritt 1806 in den Libanon, wo sie sich in einem verlassenen Bergkloster niederließ und dort bis zu ihrem Tod 1839 als
"
Königin der Wüste" über ihr kleines Reich herrschte. Jonathan Keates
meditiert über veraltete Reiseführer und die Ungeduld des Weltenlaufs. Außerdem
präsentiert das
TLS englische Übertragungen des jüngst entdeckten
Sappho-Gedichts.