Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.10.2025 - Musik

Großen Respekt hat Paul Ingendaay im FAZ-Kommentar vor Eva Demmelhuber, einer langjährigen BR-Mitarbeiterin aus München, die nicht hinnehmen wollte, dass der Bayerische Rundfunk sein 175.000 Einheiten umfassendes CD-Archiv beim Sperrmüll entsorgen wollte, und den Bestand kurzerhand übernommen hat, um sich auf die Suche nach einer übernahmewillige Institution zu begeben. Die Cloud ist eben nicht alles, meint Ingendaay: "Die Musik, die der Bayerische Rundfunk auf CD besitzt - ebenfalls ein zeitanfälliges Medium - , besteht ja nicht nur aus Daten. Das Trägermedium Scheibe ist von einer Plastikhülle umgeben, die oft ein Booklet enthält, das seinerseits genauere Angaben zu den Musikern und dem Aufnahmeort liefert sowie gegebenenfalls Texte, Essays und Fotos - wertvolles historisches Material, aus dem spätere Wesen einmal schließen könnten, wie wir Menschen so waren und was wir schön fanden. Zu schweigen von der CD als Konzeption, die im Unterschied zur Playlist als durchdachte Komposition von Musikern gelten darf. Auf den Müll damit?" Mehr zu der Geschichte im Münchner Merkur.

Außerdem: Angesichts der aktuellen Ereignisse in Nahost wurde die Abstimmung darüber, ob Israel beim nächsten ESC teilnehmen darf, nun abgesagt, melden die Agenturen. Besprochen werden ein Wiener Bruckner-Abend mit dem BR-Symphonieorchester unter Simon Rattle (Standard), ein von Markus Poschner dirigiertes Wiener Konzert des RSO Wien mit Kompositionen von Lili Boulanger (Standard), ein Konzert der O'Bros, die mit christlichem Rap die Charts gestürmt haben (taz), eine Netflix-Doku über Ex-Spice-Girl Victoria Beckham (NZZ), Marcus S. Kleiners Buch "Keine Macht für Niemand" über Protest im deutschsprachigen Pop (Jungle World) und Martin Kleins Album "A Musician's Life" (Standard). Wir hören rein:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.10.2025 - Musik

Ueli Bernays porträtiert in der NZZ die russische Sängerin Monetotschka, die wegen ihrer Kritik am Ukrainekrieg 2022 vom Putin-Regime als "ausländische Agentin" gebrandmarkt wurde und ins Exil nach Litauen auswandern musste. Von dort aus singt sie nun für die russische Diaspora. "Monetotschka sät Frieden unter ihren jungen Zuhörerinnen und Zuhörern. Aber wird die Saat jemals aufgehen? Werden ihre Fans dereinst in die Politik eingreifen und Russland Frieden und Demokratie zurückbringen können? 'Vielleicht in zwanzig, dreißig Jahren', sagt sie ohne falsche Hoffnungen. ... Weil sie nicht nur in ihrer Heimat als Kriminelle ausgeschrieben sei, sondern auch in Staaten, die enge Beziehungen mit Russland unterhielten, könne sie heute beispielsweise in Kasachstan nicht mehr vor ihren Fans auftreten. Als Russin kann sie zwar auch in der Ukraine keine Konzerte geben, bei Auftritten in Westeuropa fänden sich im Publikum jedoch immer auch ukrainische Fans. Sie träume von einer Tournee, die von Kiew nach Moskau führe. Aber um den Traum realisieren zu können, 'müsste sich die Gesundheit eines bestimmten Mannes erheblich verschlechtert haben'."



Außerdem: Lennart Sämann porträtiert in der taz die Metal-Shouterin Britta Görtz. Stefan Michalzik berichtet in der FR vom Urban Vibes Festival in Frankfurt. Besprochen werden AnNa R.s postumes Album "Mut zur Liebe" (Welt), ein Konzert der K-Pop-Band XLOV in Berlin (taz), The Divine Comedys Album "Rainy Sunday Afternoon" (FAZ), Francesco Piemontesis Aufnahme von Brahms' zweitem Klavierkonzert (FAZ) und eine Aufnahme der Uraufführung von Charles Tournemires Oper "La légende de Tristan" (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.10.2025 - Musik

Julian Weber porträtiert in der taz den Musiker Satch Hoyt, der für seinen Sound auf Instrumente aus ethnologischen Museen zurückgreift. Wenn er diese "entstummt, klingen afrikanische Fingerklaviere aus dem 19. Jahrhundert wie futuristische Beatmaschinen." Diese "Aufnahmen der historischen Fingerklaviere werden ergänzt um Percussion aus Hoyts eigenem Fundus. Dazu mischt er elektronische Klangfarben eines Roland-Synthesizers und die Stimme einer Frau, die der schwedische Missionar Karl-Edvard Laman bei einer Kolonialexpedition im Kongogebiet 1910 aufgenommen hat. Hoyt hat diese Aufnahme in einem Berliner Schallarchiv gefunden. Der unwiderstehliche Sog seiner Musik entsteht durch die Überblendung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft. ...  Alles wird transparent gemacht und trotzdem bleiben Geheimnisse, die Geisterstimmen des Kolonialismus spuken weiter. ... Sein Konzept hat Satch Hoyt als 'Sonic Restitution' bezeichnet, als symbolische Rückgabe von Sound. 'Ich feiere damit die hybride Kreativität Schwarzer Diaspora.'"

Wir hören rein: 



Außerdem: Nachdem bereits ein Auftritt von Robbie Williams in Istanbul nach propalästinensischen Protesten abgesagt wurde, werden nun auch Konzerte von Paul Morrissey in Istanbul und Ankara aus denselben Gründen abgesagt, meldet Gerrit Bartels im Tagesspiegel. Ljubiša Tošić porträtiert im Standard den Musiker Lukas Ligeti. Elmar Krekeler porträtiert in der WamS den Pianisten Hayato Sumino, der von den WamS-Lesern als bester Nachwuchskünstler ausgewählt wurde.

Besprochen werden ein Konzert von Sophia Kennedy in Frankfurt (FR), ein Konzert von Igorrr und Imperial Triumphant (FR), ein Konzert von Meute in Frankfurt (FR), das Album "Something to Consume" von Die Spitz (FR), Nemos neues Album (NZZ) und eine Netflix-Dokuserie über Ex-Spice-Girl Victoria Beckham (TA).
Stichwörter: Hoyt, Satch

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.10.2025 - Musik

Harald Fidler berichtet im Standard vom Dilemma, in dem sich der ORF derzeit befindet: Einerseits wächst aus der Politik der Druck, den Eurovision Song Contest abzusagen, sollte Israel von der Teilnahme ausgeschlossen werden - andererseits wäre dann auch eine Strafe von 40 Millionen Euro fällig. Eine Stude hat ergeben, dass der Hiphop der Gegenwart im Vergleich zum Hiphop der Nullerjahre stilistisch immer enger wird, berichtet Fabio Lüdl im Tagesanzeiger. Besprochen werden die Compilation "Beton-Pop" (taz), Cate Le Bons Album "Michelangelo Dying" (FR), ein Sting-Konzert in Köln (FR) und Sam Prekops neues, am Postrock der Neunziger geschultes Synthesizer-Album "Open Close" (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.10.2025 - Musik

Bei der Gedenkfeier am 7. Oktober bei der gerade in Berlin gastierenden Nova-Festival-Ausstellung (unsere Resümees hier und dort) wurde nach Ansicht von Ann-Kristin Tlusty auf Zeit Online der zivilen Opfer des Gaza-Kriegs viel zu wenig gedacht. Marion Löhndorf hat für die NZZ das neue David Bowie Centre des Victoria & Albert Museums in London besucht. Die FAZ hat Hubertus Butins skeptischen Artikel (unser Resümee) über den Handel mit Stradivari-Geigen online nachgereicht. Besprochen wird das Comeback-Album von Mariah Carey (NZZ).
Stichwörter: 7. Oktober

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.10.2025 - Musik

Steffen Greiner erzählt in der taz die Erfolgsgeschichte der isländischen Indieband Múm, die in den Nullerjahren sehr beliebt war und nun ein Comebackalbum vorlegt, das man so aber bitte nicht nennen soll und überdies "zu selten wirklich rockt", aber "immerhin Pflaster auf das Unheil der Gegenwart klebt". Backstage Classical meldet, dass der georgische Sänger Paata Burchuladze bei den seit fast einem Jahr anhaltenden Massenprotesten in Georgien festgenommen wurde. Nikolaus Hofer spricht für den Standard mit der Sängerin Verifiziert.

Besprochen werden die Nova-Festival Ausstellung in Berlin (FAZ, unsere Resümees hier und dort, Dlf hat mit dem Veranstalter gesprochen), Dietmar Posts Musikdoku "Mona Mur In Conversation" (taz), ein Konzert des Ensemble Modern in Frankfurt (FR), Luise Volkmann und Été Larges Album "The Stories We Tell" (FR) und Geeses Album "Getting Killed" (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.10.2025 - Musik

Nach Stationen in Israel, den USA und Argentinien ist die von der Nova Foundation organisierte Ausstellung "October 7, 06:29 AM - The Moment Music Stood Still" ab heute im Berliner Flughafen Tempelhof zu sehen, und in der taz bleibt Hilka Dirks mit tiefer Verzweiflung zurück. Zu sehen sind "die Fotos der Ermordeten, der Entführten des Festivals sowie aller Geiseln, die sich noch immer in der Hand der Hamas befinden. Dazwischen Tische voller zurückgelassener Gegenstände. Angehäufte Kleidung, Rucksäcke, Schuhe. Sie lassen unweigerlich an die Berge geraubter Gegenstände in deutschen Konzentrationslagern denken. Es folgt ein Bereich, der sich der Heilung widmet, ein häufig wiederholter Slogan: "We will dance again." Hier wird die Arbeit der Stiftung dokumentiert, ihr Weg dahin, ihre Ziele. Eins von ihnen: Geld für die Überlebenden und die Angehörigen der Opfer zu sammeln." Für die taz Berlin bespricht Lea Wolters die Ausstellung, für den Tagesspiegel Birgit Rieger. Ein Gespräch mit dem Ausstellungsmacher und Organisator des Nova-Festivals, Ofir Amir, haben wir hier resümiert.

Weitere Artikel: Dorothea Walchshäusl porträtiert in der NZZ die Bach-Pianistin Angela Hewitt, die heute Abend in Zürich spielt. Dennis Sand hofft in der Welt, dass aktuelle Auseinandersetzungen in der Deutschrap-Szene, nachdem Moses Pelham ein Sample für einen Song über das Leid der Menschen in Gaza aufgrund von einer zu einseitigen Darstellung des Konflikts nicht freigegeben hatte, dazu führen, dass die Szene ihr Antisemitismus-Problem anspricht und in den Griff kriegt. Johanna Schmidt ist in der taz genervt von der Schwemme an der KI-Nazimusik, mit der die Streamingdienste geflutet werden. Fridtjof Küchemann berichtet in der FAZ vom Kronberg Festival. In der FAZ gratuliert Wolfgang Sandner dem Cellisten Yo-Yo Ma zum 70. Geburtstag.

Besprochen werden das erste, von Anja Bihlmaier dirigierte Konzert des Orchesters der Oper Zürich unter seinem neuen, alten Namen, den es 2012 abgelegt hatte und nun wieder trägt (NZZ), ein Konzert von Herman van Veen in Frankfurt (FR), ein Konzert von Architects (FR), neue Veröffentlichungen anspruchsvoller Musik, darunter Anastasia Kobekinas Aufnahmen von Bachs Cello-Suiten (Standard), und Charif Megarbanes Album "Hawalat", bei dessen "ungemein lässiger" Mischung "aus Easy-Listening-Funk und Exotica-Jazz, angereichert mit arabischen Musikskalen", sich Jungle-World-Kritiker Maik Bierwirth wie in einem "typischen B-Movie aus den Sechzigern" fühlt.
Stichwörter: Novafestival, Hamas, 7. Oktober

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.10.2025 - Musik

Die Agenturen melden, dass nach Protesten ein Konzert von Robbie Williams in Istanbul "aus Sicherheitsgründen" abgesagt wurde: Dem Sänger wurde von Aktivisten vorgeworfen, Zionist zu sein - weil seine Ehefrau jüdisch ist und er zweimal in Israel aufgetreten ist. Inga Barthels berichtet im Tagesspiegel von den Kinovorführungen eines "recht lieblos zusammengestellten" Begleitfilms zur Veröffentlichung von Taylor Swifts neuem Album, das laut tazlerin Dagmar Leischow vor allem aus "Middle-of-the-Road-Gesülze" besteht (weitere Besprechungen des Albums hier). Peter Kemper berichtet in der FAZ vom Auftakt des Enjoy Jazz Festivals in Ludwigshafen und Heidelberg. Besprochen werden die Autobiografie des auf Filmaufnahmen klassischer Musik spezialisierten Regisseurs Brian Large (online nachgereicht von der FAZ) und Mac DeMarcos "Guitar" (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.10.2025 - Musik

Peter Richter spricht für die SZ mit Ofir Amir, dem Veranstalter des von der Hamas schwer angegriffenen Nova-Festivals. Eine von ihm dazu initiierte Wanderausstellung ist ab 7. Oktober auf ihrer ersten Station in Europa in Berlin zu sehen. Sehr bedrückend und detailliert schildert Amir den Ablauf des Hamas-Massakers, das er nur knapp und schwer verletzt überlebte. Die Beweggründe für die Ausstellung? "Wir wollten nicht, dass die Zahl von 411 Opfern alles ist. Denn hinter dieser Zahl stehen Namen und jeweils eine Geschichte. Wir haben also das Festivalgelände noch mal nachgebaut. Wir haben die verbrannten Autos, wir haben die mobilen Toilettenkabinen mit den Einschusslöchern in den Türen. Wir haben die Bar und die Getränkekühltruhe, in der sich eine Mitarbeiterin versteckt und überlebt hat. Wir haben die Zelte. Alles ist original. ... Wir sehen, dass es ein großes Problem mit Bildung gibt. Es ist ein Riesenproblem, weil so viele junge Leute heute ihre Informationen von Tiktok und von Instagram bekommen. Deshalb ist es uns wichtig, von Stadt zu Stadt zu ziehen und unsere Geschichte zu erzählen, um der Welt zu zeigen: Das ist uns passiert, aber wir hassen nicht."

In Russland wird zwar viel Neue Musik gespielt, doch "zu meinem großen Bedauern macht das meine Heimat nicht zu einer Demokratie", seufzt Sergej Newski im VAN-Kommentar. Dass die Staatsführung hier gewähren lässt, sei allerdings kein propagandistisches Feigenblättchen gegenüber dem Westen. Vielmehr "hält der Staat sie nicht für gefährlich und sieht darin keinen politischen Inhalt. Die Komplexität, die vor 70 Jahren als bedrohlich galt, wird heute von außen als hochgestylte Dekoration angesehen."

Themenwechsel: Taylor Swifts neue Album "The Life of a Showgirl" beschäftigt alle Popkritiker. Längst sind ihre Alben mehr oder weniger kodifizierte Tagebücher und Momentaufnahmen aus ihrem Leben im Rampenlicht. "Es ist ein radikaler Bruch mit dem prosaischen und schmerzgesättigten Vorgänger", schreibt Rahel Zingg in der NZZ. "Wo 'The Tortured Poets Department' mit 31 Songs grau und ausgedehnt wirkte, ist 'Showgirl' schillernd und knapp." Kein Wunder, bei "Tortured..." ging es noch um gescheiterte Beziehungen, nun liegt der Fokus auf der erfolgreichen "Eras"-Tour, die die Musikerin die letzten zwei Jahre im Griff hatte, und auf ihren währenddessen glücklich eingegangen Liebesbeziehung zu dem Sportler Travis Kelce, dessen Qualitäten im Bett und die dafür notwendige körperliche Voraussetzung Swift im dazu naheliegend betitelten "Wood" euphorisch besingt. Produziert hat der schwedische Hitschmied Max Martin, über den Ueli Bernays in der NZZ schreibt und der "für mehr Nummer-eins-Hits als jeder andere Produzent verantwortlich ist", wie wiederum Inga Barthels im Tagesspiegel informiert.



Zu hören gibt es "eine gut durchgeschüttelte Tüte aus kurzweiligem, kaum in nennenswerte Tauchtiefen gehenden Pop", urteilt Joachim Hentschel in der SZ. "Immer wieder hört man Sixties-Anklänge heraus. Einen relativ subtilen Klassizismus, wie er in Taylor Swifts Musik bislang die Ausnahme war." Für Max Dax in der FR hingegen ist dies das "bisher beste Album" Swifts: "Das wahrhaft Faszinierende" daran ist, "dass es zu jeder Sekunde und in jedem Atemzug ihres Gesangs hält, was sie im Titel verspricht. Als wolle sie ihre Fans tatsächlich teilhaben lassen an ihrem Innenleben, am Gedankenstrom des Showgirls, zu dem sie geworden ist, an ihrem unaufhörlichen und von niemandem kontrollierbaren inneren Monolog, was es bedeutet und wie es die Perspektiven der Wahrnehmung verändert." Dieses Album "ist moderat literarisch, moderat feministisch, moderat kritisch. Das Werk eines abgewogenen Middleclass-Kids aus Pennsylvania", hält Philipp Krohn derweil sehr bodenständig in der FAZ fest. "Im Rahmen der häuslichen Zweisamkeit, die sie auf 'The Life of a Showgirl' besingt, wirken die biblischen Metaphern und literarischen Verweise herbeibehauptet, mitunter sogar kitschig", notiert Daniel Gerhardt auf Zeit Online.

Weitere Artikel: "Die Welthaltigkeit des HKW hat durch all diese Provinzialität erheblichen Schaden genommen", kommentiert Julian Weber in der taz den Eklat um den geplanten Auftritt des Rappers Chefket im Rahmen von Jan Böhmermanns Berliner Ausstellungsprojekt. Michael Stallknecht berichtet in der NZZ von Haydn-Aufführungen in Fertöd. Dresden verhängt eine Haushaltssperre für 2026, das bereits eingeplante Programm zahlreicher Kultureinrichtungen steht damit auf der Kippe, meldet Merle Krefeld in VAN. Marianne Zelger-Vogt porträtiert in der NZZ die Klarinettistin Sabine Meyer, die ihr Karriere-Ende angekündigt hat. Holger Noltze spricht für VAN mit Stephan Pauly, dem Intendanten des Wiener Musikvereins. Felix Diergarten durchleuchtet in der NZZ das Werk von Richard Strauss nach versteckten, intimen Selbstdarstellungen, denn wenn der Komponist "sich selbst so interessant fand wie Napoleon oder Alexander, ist das nur auf den ersten Blick befremdlich". Thomas Stillbauer erinnert in der FR an das Police-Album "Reggatta de Blanc". Tilman Spreckelsen gratuliert in der FAZ dem US-Sänger Don McLean zum 80. Geburtstag. Besprochen wird das neue Album von Nina Chuba (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.10.2025 - Musik

Nachdem Jan Böhmermann das Konzert von Chefket im Rahmen seines aktuellen Berliner Ausstellungsprojekts auf Druck von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer abgesagt hat (unser Resümee), haben nun auch alle anderen für ein Konzert vorgesehenen Musiker ihre Auftritte aus Solidarität mit Chefket abgesagt, meldet Gerrit Bartels im Tagesspiegel. Was für eine Chance hier vertan wurde, stöhnt Marlene Knobloch in der Zeit: "Was den Leuten eingefallen ist: dass hier Punkte zu holen sind. Der rechten Internetseite ist eingefallen, dass sie ihr leidenschaftliches Hassobjekt Böhmermann bloßstellen kann. Wolfram Weimer ist ins Scheinwerferlicht gerast, um sich als leuchtender konservativer Antisemitenfeind feiern zu lassen. Und Jan Böhmermann ist aufgefallen, dass er etwas ungünstig wirkt mit diesem Line-up am 7. Oktober, dafür aber hat er jetzt die bundesweite Aufregung, die so eine Ausstellung braucht, um drei Wochen lang Gesprächsthema zu bleiben. ... Ja, dieses Meta-Theater ist recht unterhaltsam. Man muss nämlich gar nichts mehr wissen, um mitzukommen. Man muss nur eine Meinung kennen und sich zu der verhalten. Aber unter jeder zugeschütteten Debatte erstickt ein Stück Wahrheit. Und die Chance auf Erkenntnis."

Weitere Artikel: Karl Fluch porträtiert im Standard den puertoricanischen Musiker Bad Bunny, der in der englisch- und spanischsprachigen Popwelt ein absoluter Superstar ist, Trumps Einwanderungspolitik scharf kritisiert und nun die Halbzeitshow beim kommenden Super Bowl bestreitet. Andreas Michalke erzählt in der Jungle World von seinem Besuch in The Diskery, dem ältesten Second-Hand-Plattenladen in Birmingham. Ueli Bernays gratuliert in der NZZ dem Zurich Jazz Orchestra zum 30-jährigen Bestehen.

Besprochen werden Konstantin Weckers Memoiren (Freitag) und Cate le Bons Artpop-Album "Michelangelo Dying" ("eines der berührendsten Songwriterinnen-Alben der letzten Jahre", schwelgt Lars Fleischmann in der taz).

Stichwörter: 7. Oktober