Wunderhübsches Starkino mit etwas seltsamem Plot (Gentleman-Einbrecher in Spielzeugladenfilialen) ist Derek Cianfrances "Der Hochstapler - Roofman" mit Channing Tatum und Kirsten Dunst, findet jedenfalls Perlentaucher Lukas Foerster: "Solange der Film diesen Schwebezustand eines Make-Believe, das seine eigene Unmöglichkeit nicht wahrhaben will, hält, ist er ziemlich phänomenal. Und zum Glück hält Cianfrance ihn ziemlich lang durch, so lang, dass das dicke Ende, in dem sich Realitätsprinzip auf arg konventionelle Weise wieder in sein Recht setzt, nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Soweit 'Der Hochstapler - Roofman' funktioniert, funktioniert er zuallererst als Schauspielerkino. Kirsten Dunst zum Beispiel erhält jede Menge Gelegenheit, ihre Rolle jenseits bloßer Plotfunktionalität auszubauen; kein bloßes Love Interest ist ihre Leigh, vielmehr eine Frau, die die unerwartete Liebesgeschichte, die in ihr Leben einbricht, selbst als ein Spiel mit offenem Ausgang betrachtet."
Weiteres: Die SZ gibt auf der Medienseite einen Überblick über die Serien des Monats. Besprochen werden die finale "Stranger Things"-Staffel (NZZ) und Rian Johnsons Film "Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery" (SZ).
Ganz verzaubert ist Katja Nicodemus in der Zeit von diesem Film und seinem Blick auf die Figuren: "Zärtlichkeit ist das Wort, das diesen Film am besten trifft. Zärtlich streift die Kamera durch die sommerliche Landschaft, zärtlich blickt sie auf Figuren, die in der Welt und in ihrem Leben gestrandet sind: Da ist Ursula (Carla Schwinning), eine junge Mutter, Putzfrau und Kellnerin, die sich in eine durchreisende Musikerin (Henriette Confurius) verliebt hat. Als ihr das klar wird, ist die Begehrte schon wieder weg. Da ist Neda (Maral Keshavarz), die nach den Protesten der Frauenrechtsbewegung aus Teheran floh und sich nun mit wackeligem Aufenhaltsstatus als Influencerin versucht. Ihre Idee, auf YouTube preiswerte deutsche Reiseziele vorzustellen ('auf Hartz im Harz'), geht aber nicht wirklich auf."
Weitere Artikel: In der tazmacht sich Johannes Drosdowski Gedanken über die Faszination für die Mysterie-Serie "Stranger things", deren letzte Staffel heute auf Netflix anläuft. Besprochen werden Ronan Day-Lewis Regiedebüt "Anemnon" (taz, tsp), Madi Fleifels Drama über palästinensische Geflüchtete "To a Land Unknown" (FR), Ken Scotts Sylvie-Vartan-Biopic "Mit Liebe und Chansons" (FR) und Tia Lessins, Carl Deals Dokumentarfilm "Steal this story, please" über die Journalistin Amy Goodman (FAZ) und Thierry Kalifas Spielfilm "La Femme la plus riche du monde" über die Milliardärin Liliane Bettencourt (FAZ).
Tauschwert und Flauschwert glücklich vereint: Zoomania 2 Dietmar Dath singt in der FAZ eine Lobeshymne auf den so klugen wie goldigen Animationsfilm "Zoomania 2". Gesellschaftstheorie in knallbunter Knuddelform bietet der Film über eine von Tieren verwaltete Welt auf, freut sich Dath - hier finden sich "Tauschwert" und "Flauschwert" aufs Innigste versöhnt. "Mitten in dem ganzen gesellschaftspolitischen Remmidemmi" geht es in der von Jared Bush und Byron Howard verantworteten Fortsetzung zudem "im Kern um das kleinstmögliche Modell einer Gesellschaft, in der Leute verschieden, aber einander gleich wertvoll sein können: eine Liebe; die filmhistorisch schon jetzt absehbar unsterbliche von Judy und Nick nämlich. Die Häsin ist niedlich, der Fuchs abgebrüht, aber weil Judys Niedlichkeit dem Krach von Zootopia nicht schutzlos, sondern gewappnet mit Gemeinsinn entgegentritt, kann Nick diese Niedlichkeit nicht als Unbedarftheit abtun und erliegt ihr nach ein, zwei Runden ironischer Gegenwehr restlos." Elmar Krekeler bespricht "Zoomania 2" in der Welt ebenfalls einigermaßen freundlich, wenngleich deutlich prosaischer: "Ist halt ein Märchen, der Film".
Szene aus Rosa von Praunheims "Satanische Sau"
Mit "Satanische Sau" bringt der mittlerweile 83-jährige Rosa von Praunheim diese Woche seinen neuen Film in die Kinos. Fabian Lutz nutzt auf critic.de seine Besprechung für eine Verbeugung vor dem Lebenswerk dieses Pioniers des schwulen deutschen Kinos. Der neueste Streich nun ist "kein nachdenkliches Alterswerk, sondern ein (...) überdrehtes Kammerspiel zwischen pornografischer Geilheit und trauriger Verwirrung", schreibt er. "In einer Szene besucht der fiktive Rosa einen Nachbarn. Der hat seine Berliner Wohnung zu einem barock-kitschigen Palästchen umgebaut. Das Schmunzeln, das die Zuschauenden angesichts der beigen Vorhänge und abgeschmackten Uhren überkommt, dürfte rasch vergehen. Mit tränenfeuchten Augen erzählt der Nachbar vom Tod seines Partners und dem Alleinsein in der großen Wohnung. All der billig wirkende Glamour, abgefilmt in flacher Digitaloptik, spiegelt plötzlich ein Leben voller Hingabe."
Weiteres: Valerie Dirk blickt im Standard voraus aufs This Human World Filmfestival, das ab Donnerstag im Wiener Stadtkino stattfindet. Besprochen werden "Zone 3" von Cédric Jimenez (SZ), Ronan Day-Lewis' "Anemone" (Tagesspiegel), die Netflix-Doku "Der Fall Nathan Carman" (Welt), die arte-Doku "Telegram - das dunkle Imperium von Pawel Durow" (Welt), "Der Tod ist ein Arschloch" von Michael Schwarz und Alexander Griesser (Tagesspiegel) Julian Radlmaiers "Sehnsucht in Sangerhausen" (taz), Eran Riklis' "Lolita lesen in Teheran" (taz) und Buket Alakus' Fernsehfilm "Polizei" (FAZ).
Udo Kier ist gestorben. Entdeckt von Visconti, mit Rollen bei Fassbinder, Lars von Trier, Christoph Schlingensief oder Gus van Zandt - aber auch, zu Beginn seiner Karriere, in Filmen wie "Schamlos", "Hexen bis aufs Blut gequält" oder "Die Insel der blutigen Plantage" - war er einer der wenigen deutschen Schauspieler, die international reüssieren konnten. Und er war ein großer Darsteller des Bösen: Nazis konnte er wie kaum ein anderer, erinnert Philipp Bovermann in der SZ. Kier hatte noch ein großes Talent: "Leute treffen, offenbar eher zufällig, so jedenfalls klang das später in seinen Erzählungen. Wie er etwa einmal in einem Flugzeug von Rom nach München gesessen sei und der Mann neben ihm erzählt habe, er sei Filmregisseur und plane gerade einige Horrorfilme für Andy Warhol. Ach, das treffe sich günstig, habe Kier gesagt, er sei zufällig Schauspieler." Und schwupps, spielte er bei Warhol, genauso wie er bei Fassbinder gespielt hatte, den er zufällig mit 16 Jahren getroffen hatte. "Die beiden lebten zeitweise sogar in derselben WG in München-Schwabing. Udo Kier war immer da, wo die Action passierte, wo die Kunst in die Nacht der Traurigkeit und Einfalt hinaus blökte. Er umgab sich mit Malern und wilden Performance-Künstlern, drehte wildes Zeug, Filme mit Titeln wie 'Spermula' (1976). Über diesen Weg - nicht den des filmgeförderten Einfühlungskinos, sondern der Exploitation - näherte er sich dem Zentrum des Bösen."
Als Kier Anfang der Neunziger in die USA ging, "bekam er auch Hollywoodrollen", schreibt Bert Rebhandl in der FAZ, "nun festigte sich das Image eines Schauspielers, der mit markanten Kurzauftritten fast besser aufgehoben war, als wenn er mit seiner überlebensgroßen Aura einen ganzen Film aus dem Lot brachte". Er "wirkte übrigens noch in einem der besten Filme dieses Jahres mit, Kleber Mendonça Filhos in Cannes mehrfach ausgezeichnetem 'The Secret Agent', der vom Schicksal eines Wissenschaftlers während der Militärdiktatur Brasiliens Ende der Siebziger erzählt. Ein guter Grund, ins Kino zu gehen, denn dort läuft er weiterhin", empfiehlt Tim Caspar Boehme in der taz. Weitere Nachrufe schreiben Daniel Kothenschulte in der FR, Cosima Lutz in der Welt, Jin Yu Young in der NYT, Sian Cain im Guardian und Andreas Busche im Tagesspiegel.
Und hier "Der wunderbare Udo Kier" bei Arte:
Weiteres: Die deutsche Serie "Auf Fritzis Spuren - Wie war das so in der DDR?" hat den Emmy als beste Auslandsproduktion für Kinder geholt, meldetZeit online. So schlecht geht's dem deutschen Film gar nicht, findet David Steinitz in der SZ nach einem Blick auf die Zuschauerzahlen 2025. Besprochen wird der zweite Teil von "Wicked" (NZZ)
"Gut gespielt, auf konventionelle Art wirkungsvoll inszeniert, in vielen intimen Alltagsszenen durchaus glaubwürdig und bewegend", findet auch Sabine Horst bei epd Film, äußert aber auch deutliche Kritik: "Der Versuch, die Erzählung über mehr als ein halbes Jahrhundert schrecklicher Kämpfe hinweg zu spannen, ohne die Opferperspektive aufzugeben, ist erkauft mit einem toten Winkel im Sichtfeld. Sonnendurchglühte Aufnahmen des Orangenhains, der Strände, der Altstadt Jaffas suggerieren eine natürliche Beziehung zwischen den Palästinensern und dem Land. Politische Begriffe wie 'Intifada' werden dagegen vermieden, und die historischen Konflikte erscheinen verunklärt; nichts konterkariert die gelegentlich eingeblendeten arabischen Nachrichten."
Weiteres: Stella Schalamon unterhält sich für Zeit Online mit den Schauspielern Finn Wolfhard und Gaten Matarazzo aus der Serie "Stranger Things", deren letzte Staffel diese Woche auf Netflix startet. In der tazresümiert Luca Klander die 25. Französische Filmwoche in Berlin. Besprochen werden Guillermo des Toros "Frankenstein" (Zeit O) und Osgood Perkins Horrorfilm "Keeper" (SZ).
Szene aus Pavel Talankins Doku "Mr. Nobody Against Putin"
Wie macht man Kinder zu "Patrioten"? Der inzwischen im tschechischen Exil lebende russische Pädagoge Pavel Talankin weiß es: Er hat in seiner Schule in der russischen Industriestadt Karabash einen Dokumentarfilm über die Auswirkungen des Ukrainekriegs gedreht, "Mr. Nobody Against Putin", und das Material dann hinausgeschmuggelt, erzählt er im Interview mit der FAS: "Am 14. März kamen die ersten Anweisungen des Bildungsministeriums: Wir sollten 'Gespräche über das Wichtige' durchführen - komplett vorgegeben, mit Skripten, Präsentationen und Videos. Schulen mit Bildschirmen sollten sie sogar dauerhaft für Propaganda nutzen. Ich wurde beauftragt, die erste dieser Lektionen zu filmen - und in diesem Moment wusste ich, dass ich das Material nicht löschen darf. Es ist ein Dokument seiner Zeit. Wir kennen historische Fakten, aber selten fragen wir, wie Gesellschaften moralisch abstürzen. Genau das erleben wir heute: Die Jugend wächst nicht mit Empathie auf, sondern mit erlerntem Hass. Warum man mich mit der Aufnahme betraute, weiß ich bis heute nicht - vielleicht zu internen Archivzwecken, vielleicht zur Kontrolle."
Weiteres: In der FAS porträtiert Bert Rebhandl den Schauspieler Julian Radlmaier, der gerade in dem Fim "Sehnsucht in Sangerhausen" zu sehen ist, als "neuen Star des jungen politischen Kinos in Deutschland". Besprochen werden Ronan Day-Lewis' "Anemone" (Welt), der zweite Teil des Filmmusicals "Wicked" (SZ) und Noah Baumbachs Tragikomödie "Jay Kelly" mit George Clooney (SZ).
Golshifteh Farahani in "Lolita lesen in Teheran". Foto: Filmstarts.de In Eran Riklis' "Lolita lesen in Teheran" versucht eine Literaturdozentin im Iran des Jahres 1979 dem beginnenden Totalitarismus die Lektüre verbotener Bücher entgegenzusetzen. Dabei mache Riklis in seiner Adaption von Azar Nafisis gleichnamigen Roman, die schleichende Islamisierung der Gesellschaft deutlich, meint Lena Bopp in der FAZ: "Riklis setzt den Kontrast zwischen Innen und Außen, den Sehnsüchten und Grenzen seiner meist weiblichen Figuren mit schnellen Gegenschnitten ins Bild: Dem geheimen Lesekreis, in dem immer donnerstags Austen und Nabokov gelesen wird, steht die Gefängniszelle entgegen, in der die Studentin Nassrin (Mina Kavani) wegen eines angeblich gerissenen Jungfernhäutchens nicht nur ausgepeitscht wird." Wichtige Fragen werden hier aufgeworfen, leider bleibt der Film vielerorts ein wenig zu oberflächlich, bedauert Bopp. Eine "Ode an die Freiheit" und die Literatur sieht Fritz Göttler für die SZ: "Bücher werden in diesem Film heimlich erworben (...) Das geht, weil sie mehrdeutig sind. Bücher mit klaren Botschaften, hat Nafisi in einem Interview erklärt, sind so totalitär wie das Regime."
Chris Schinke berichet in der Jüdischen Allgemeinen vom israelischen Filmfestival "Seret", das in den Hackeschen Höfen in Berlin stattfindet. Die Lage für das Festival hat sich massiv verschlechtert, erklärt die Festivaldirektorin Odelia Haroush: "'Manche Häuser sagen, sie seien ausgebucht, andere geben ehrlich zu, dass sie Angst vor BDS-Aktivisten und Demonstrationen haben', weiß Haroush zu berichten. Auch die Finanzierung sei schwieriger geworden. Zuschüsse von Städten, Kulturämtern oder Stiftungen seien in diesem Jahr ausgeblieben. 'Früher habe ich Unterstützung aus verschiedenen öffentlichen Programmen bekommen, heute gar nichts mehr.'"
Weitere Artikel: Im Tagesspiegel schreibt Andreas Busche zur Studie, die die Nazi-Verstrickungen des deutschen Filmverbands "Spio" aufdeckte (unser Resümee). Besprochen wird Romuald Karmakars Dokumentarfilm "Der unsichtbare Zoo" (NZZ).
Cynthia Erivo und Ariana Grande in "Wicked 2". Foto: Foto: Giles Keyte / Universal Pictures Der zweite Teil von Jon M. Chus Musicalfilm "Wicked" "übertrumpft sich wieder selbst mit "opulentem Design, quietschbunten Farben und Kostümen in Steampunk-Optik", freut sich Vanessa Fatho in der FAZ. Inhaltlich geht dieses Mal es ein bisschen düsterer zu, verrät sie, denn ein böser Zauberer hat den Tieren die Sprache genommen und unterdrückt sie: "Es herrscht ein Faschist im Lande Oz, der einen Sündenbock sucht und geflügelte Affen als Spione hält. Das bedeutet: Gefangenschaft, Flucht, Zensur und Propaganda. Die Flugblätter, die immer wieder im Film zu sehen sind, stilisieren die Hexe Elphaba zur rachsüchtigen weiblichen Monstrosität. Beim 'Marsch der Hexenjäger' macht sich der Mob schließlich auf, die böse Hexe zu töten." Der Kritikerin ist das alles ein bisschen zu "glatt poliert", entfaltet aber in "ruhigen Momenten" seine Kraft. Daniel Kothenschulte ist in der FRenttäuscht vom Film, freut sich aber über "hinreißend selbstbestimmte Frauenfiguren".
Für die Zeit besichtigen Katja Nicodemus und Thomas E. Schmidt die "Baustelle deutsche Filmförderung." Dem deutschen Kino geht es nämlich so schlecht wie seit Jahren nicht, daran haben auch Streaming-Dienste wie Netflix ihren Anteil. Helfen könnte eine staatlich geregelte "Investitionsverpflichtung": "Zwischen 15 und 25 Prozent der Streamer-Umsätze müssten in die deutsche Filmlandschaft investiert werden, um einen wirtschaftlichen Effekt zu erzielen - das sagen alle Branchenvertreter, mit denen wir gesprochen haben. Die Forderung ist auch, den totalen Ausverkauf zu stoppen, sodass Verwertungsrechte nach einer Frist wieder an die Produzenten zurückfallen - beides führt Frankreich sehr erfolgreich vor. Aber muss man Netflix und Co. per Gesetz dazu zwingen, oder setzt man auf Freiwilligkeit? Der Filmproduzent Martin Moszkowicz sagt: 'Amerikanische Megakonzerne geben freiwillig gar nichts ab, wenn ihnen das wirklich wehtut.'"
Eine Studie des Instituts für Zeitgeschichte in München (IfZ) hat ergeben, dass viele Mitglieder und Preisträger des wichtigsten deutschen Filmverbands Spio "schwer NS-belastet" waren, berichtet Christian Staas in der Zeit: "Die gut 60-seitige Studie ist nüchtern im Ton, differenziert in der Analyse und klar im Urteil. Verfasst hat sie der Historiker Bernhard Gotto, recherchiert hat er zu 91 Personen, unter ihnen elf Mitglieder der Geschäftsführung, 58 Vorstände und Präsidiumsmitglieder sowie 30 Preisträgerinnen und Preisträger (...) Von den 91 Personen stuft Gotto 18 als 'NS-konform'und 13 als 'materiell belastet' ein." Der Verein zieht nun Konsequenzen, zum Beispiel die Aberkennung der "Ehrenmedaille" für alle Belasteten - ein bisschen spät, meint Staas.
Weiteres: Caroline Rosales verbringt für die Zeit eine Nacht im Grand-Hôtel du Cap-Ferrat, einem Drehort der neuen Folge der Serie "The White Lotus". Besprochen wird Noah Baumbachs Komödie "Jay Kelly" mit George Clooney (FR, Zeit) und Eva Neymanns Dokumentarfilm "When Lightning Flashes Over the Sea" (taz).
Philipp Dörings Dokumentarfilm "Palliativstation" Auf der diesjährigen Berlinale hatte sich Philipp Dörings vierstündiger Dokumentarfilm "Palliativstation" rasch zum Geheimtipp entwickelt. Jetzt erreicht der über mehrere Monate hinweg in der Palliativabteilung des Franziskus-Krankenhauses in Berlin entstandene Film die deutschen Kinos. Barbara Schweizerhof ist in der taz hin und weg: "'Palliativstation' ist kein Film, der falsche Hoffnungen macht. 'Es ist, was es ist' - an einer Stelle liest eine Pflegekraft in einer Mitarbeiterversammlung Erich Frieds bekanntes Gedicht wie ein Gebet vor: 'Es ist lächerlich sagt der Stolz/Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht/Es ist unmöglich sagt die Erfahrung/Es ist was es ist sagt die Liebe'. Die Diskretion und Zurückhaltung bei gleichzeitiger Aufgeschlossenheit und Einfühlsamkeit, die Dörings Film auszeichnen, gleichen mehr als aus, dass keine der Geschichten, die man hier mitbekommt, ein gutes Ende im traditionellen Sinn findet. Es gibt keine Wunderheilungen und auch kein 'Trotz alledem', das Menschen kurz vor dem Tod noch schnell glücklich macht."
Besprochen werden "Ich sterbe. Kommst Du?" von Benjamin Kramme (BlZ), "Paternal Leave - Drei Tage Meer" von Alissa Jung (critic.de) und Ari Asters "Eddington" (FAZ, SZ, siehe auch hier) und Jon M. Chus "Wicked 2" (Presse).
In der NZZerinnert sich Urs Bühler an Emmi Creola-Maag aka Betty Bossi, Ratgeberin und Influencerin avant la lettre, der Regisseur Pierre Monnard gerade ein Biopic gewidmet hat. Besprochen wird Ari Asters Western "Eddington" mit Joaquin Phoenix, Emma Stone und Pedro Pascal (SZ, Tsp.).