Dass
deutsche Automobile international immer weniger zu melden haben, liegt vielleicht auch am Design,
meint Niklas Maak in der
FAZ - und daran, dass deutsches funktionales Design schon länger nicht mehr das darin liegende Versprechen auf Gebrauchsfunktionalität erfüllt. "Das Bauhaus-Erbe sei verloren, sagt auch Paolo Tumminelli, Professor für Gestaltung in Köln. ... Ein Problem des deutschen Designs beginne schon mit der
Luxusstrategie der Hersteller. ... Die Autoindustrie habe 'den Sinn für Alltagsbedürfnisse verloren. Sie stellen keine Produkte für normale Menschen mehr her.' Das Auto wird zum
Schwellkörper, entworfen von großen Egos für große Egos. Man könnte lange spekulieren, was das aktuelle Design etwa des riesigen BMW XM über das soziale Milieu und die Gesellschaft aussagt, die solche Autos schätzt; die Kühlerfront signalisiert weithin sichtbar, dass hier jemand kommt, der den öffentlichen Raum nicht als Begegnungs- oder Kommunikationsraum, sondern als
Kampfzone voller Fressfeinde betrachtet. ... Andere, kleinere Autos sehen dafür
seltsam depressiv und erbost aus. Der Volkswagen ID2 schaut mit wulstigen Scheinwerferaugen in die Gegend wie ein unter Atemnot leidender Fisch, den man gegen seinen Willen aus den lichtlosen Regionen der Tiefsee an die Oberfläche zerrte. Will man so jeden Morgen angeschaut werden?"