Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

979 Presseschau-Absätze - Seite 7 von 98

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.05.2025 - Design

René Spitz liest für "Bilder und Zeiten" der FAZ zwei Studien von Christopher Haaf und Linus Rapp zur Geschichte der Hochschule für Gestaltung in Ulm (hier und dort in unserem Onlinebuchladen Eichendorff21 erhältlich).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.05.2025 - Design

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Met Gala 2025 (@metgalaofficial_)


Dieser "Tribut an schwarze Modegeschichte war lange überfällig", resümiert Hilka Dirks in der taz die Met-Gala: "Im Zentrum der Fashion Welt dieses Jahr: der Black Dandyism, der sich europäischen Dandy-Ästhetiken bediente und diese insbesondere während der Zeit der Harlem Renaissance als Mittel des Selbstausdrucks, des Protests und der Behauptung der eigenen Individualität genutzt wurde. Schon im 19. Jahrhundert nutzten Persönlichkeiten wie Frederick Douglass und Toussaint Louverture Mode als Selbstermächtigung und konfrontatives Mittel um Hierarchien von race und class aufzubrechen. Doch nicht nur in späteren Protestbewegungen, wie der Silent Protest Parade 1917 oder den Black Panthers der Sechziger, sondern auch popkulturellen Strömungen wie Rap und Hip-Hop ist von Schwarzen geprägte Mode nicht wegzudenken. ... Der überbordende Respekt an Black Craftsmanship, Art und Legacy kann einen fast emotional stimmen, so poetisch und berührend erscheint heute die Geste."

Zahlreiche Fotos findet man hier auf Instagram und bei der BBC, die dankenswerterweise alle rausgefiltert hat, die das Thema ignoriert haben.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.05.2025 - Design

Tweed-Cardigan, Barbour-Jacke, edle Loafer, Lodenmantel und überall Beige und Dunkelblau: Der "Old Money"-Look hat gerade Konjunktur und das auch unter jungen Leuten, die über altes Geld sicher nicht verfügen, staunt die Schriftstellerin Teresa Präauer in ihrer SZ-Kolumne. Dies "signalisiert wohl auch das: In Zeiten politischer und gesellschaftlicher Instabilität widmet man sich der modischen Performance von Klassenbewusstsein lieber als dem Klassenkampf. Zudem glaube die Gen Z nicht mehr an die eigenen Möglichkeiten von gesellschaftlichem Aufstieg. ...  Leiden diese Leute einfach unter dem neu beschriebenen Phänomen der Geld-Dysmorphie, unter 'Money Dysmorphia'? Gemeint ist damit die Überschätzung der eigenen monetären Möglichkeiten, angetrieben davon, was wir täglich auf Social Media sehen können."
Stichwörter: Mode, Old Money, Beige, Social Media

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.05.2025 - Design

Beige, beige, beige sind hier alle Farben, stutzt tazlerin Julia Schöpfer beim Besuch in einschlägigen Fast-Fashion-Geschäften, die sich ganz dem durch Social Media befeuerten Clean-Girl-Image widmen. "Wenn ich die Klamotten anziehe, sehe ich um sieben Jahre älter aus", schreibt Schöpfer entsetzt. "Mit den Blazern und Anzughosen in gedeckten Tönen und einem makellos dezent geschminkten Gesicht wird ein Bild erfolgreicher Eleganz geschaffen. 'Der stille Luxus ist der Kern des Clean Girls, das Ausdruck eines konservativen Weltbildes ist', sagt Carl Tillessen, Autor und Trendanalyst für Mode am deutschen Modeinstitut. Der Trend richtet sich an den männlichen Blick und inszeniert eine Reinheitsästhetik, die auf ein zutiefst konservatives Frauenbild verweist. Konservative Mode heißt: geschlossene Dekolletés, neutrale Farben und so wenig Haut wie möglich zeigen, im Falle des Clean Girls natürliche Schönheit, mit wenig Make-up."

Außerdem gratuliert Jenni Zylka in der taz Donatella Versace zum 70. Geburtstag.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.04.2025 - Design

Martin Fischer vom Tages-Anzeiger staunt beim Blick in seinen Social-Media-Feed: Der 2022 neu eingeführte Schweizer Pass wird auf den Plattformen als Design-Meisterleistung, gar als "Kunstwerk" gefeiert. Hinter der Gestaltung steckt die Agentur Retinaa, die in diesem Video erklärt, was sie sich dabei gedacht hat:


Stichwörter: Schweiz, Pass, Social Media

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.04.2025 - Design

Die Autoästhetik der Gegenwart ist eine einzige Niedergangsgeschichte, seufzt Gerhard Matzig in der SZ: Alle kaufen sich SUVs und ähnliche Ungetüme, aber das Cabrio als elegante Form und Ausdruck eines sommerlichen Dolce Vita müsste man mittlerweile unter Artenschutz stellen. "Das Cabrio ist ein Opfer der funktionalistischen Zweckdienlichkeit (kein Platz, außer für ein kinderloses Liebespaar samt Picknickkorb), der Vollkasko-Mentalität delirierender Sicherheitsnormen, der Panorama-Schiebedächer, die zu den titanischen Flachbildschirmen daheim passen, der Elektrifizierung und des stupiden SUV-Siegeszugs. Elon Musk sagt von seinem dystopischen Cybertruck, man könne damit alle anderen Fahrzeuge plattmachen. Cabrios sind insofern Pazifisten."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.03.2025 - Design

Dass deutsche Automobile international immer weniger zu melden haben, liegt vielleicht auch am Design, meint Niklas Maak in der FAZ  - und daran, dass deutsches funktionales Design schon länger nicht mehr das darin liegende Versprechen auf Gebrauchsfunktionalität erfüllt. "Das Bauhaus-Erbe sei verloren, sagt auch Paolo Tumminelli, Professor für Gestaltung in Köln. ... Ein Problem des deutschen Designs beginne schon mit der Luxusstrategie der Hersteller. ... Die Autoindustrie habe 'den Sinn für Alltagsbedürfnisse verloren. Sie stellen keine Produkte für normale Menschen mehr her.' Das Auto wird zum Schwellkörper, entworfen von großen Egos für große Egos. Man könnte lange spekulieren, was das aktuelle Design etwa des riesigen BMW XM über das soziale Milieu und die Gesellschaft aussagt, die solche Autos schätzt; die Kühlerfront signalisiert weithin sichtbar, dass hier jemand kommt, der den öffentlichen Raum nicht als Begegnungs- oder Kommunikationsraum, sondern als Kampfzone voller Fressfeinde betrachtet. ... Andere, kleinere Autos sehen dafür seltsam depressiv und erbost aus. Der Volkswagen ID2 schaut mit wulstigen Scheinwerferaugen in die Gegend wie ein unter Atemnot leidender Fisch, den man gegen seinen Willen aus den lichtlosen Regionen der Tiefsee an die Oberfläche zerrte. Will man so jeden Morgen angeschaut werden?"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.03.2025 - Design

Standard-Kritiker Michael Freund kann nach dem Besuch der Ausstellung im Wiener Fotomuseum Westlicht zur legendären, von Willy Fleckhaus als Art Director gestalteten 60s-Zeitschrift Twen den Phantomschmerzäußerungen von Hannes Hintermeier in der FAZ (unser Resümee) nur beipflichten: "Nach viel Antiästhetik und 'Anything goes' in der Grafikdesignbranche wäre es heute immer noch ein hervorragendes Magazin. Twen fehlt. Die Schau macht das bewusst."
Stichwörter: Fleckhaus, Willy, Twen

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.03.2025 - Design

Brigitte Werneburg wirft für die taz einen Blick auf die Gewinner des italienischen Modepreises "International Talent Support 10x10x10 Creative Excellence Award", die nun im Museum of Art in Fashion in Triest zu sehen sind. Besprochen wird Emanuele Coccias und Alessandro Micheles Buch "Das Leben der Formen. Eine Philosophie der Wiederverzauberung" (online nachgereicht von der FAS).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.03.2025 - Design

Jona Rausch macht sich in der taz Gedanken dazu, warum in der linken Szene ausgerechnet Klamotten von Adidas (deren Gründer immerhin NSDAP-Mitglied war) so beliebt sind. Andreas Platthaus stöbert für "Bilder und Zeiten" der FAZ sehr angeregt im eben erschienenen Werkverzeichnis des Plakatgestalters Helmut Brade.
Stichwörter: Mode, Adidas, Linke, NSDAP