Zum Ausklang des deutschen Jahrhundertsommers beschäftigen sich die Autoren von Band 16 mit Wasser: Hartmut el Kurdi erleidet einen Spülinfarkt; Marlis Prinzing, Günther Rudolf und Uli Röhm berichten von Wasserkräften, vom Wassermarkt und einer legendären Wasserdegustation. Wie es sich auf dem Wasser kocht, erfuhr Mark Obert an Bord des Luxusliners Queen Elizabeth 2. Außerdem rechnet Thomas Vilgis mit der Gewürzesoterik ab. Das Schlusswort hat Fritz Eckenga. Mit der Umschlagfarbe möchten wir diesmal die letzten Himbeeren der Saison ehren. Die Bilder stammen von Comic-Zeichner Fil und führen in einem Fall sogar über mehrere Seiten.
Urs Willmann ist von dieser Reihe sehr angetan, auch wenn ihn das Format zunächst ins Grübeln bringt. Zu schmal für ein einfaches DIN A4-Heft, zu biegsam für ein richtiges Buch, stellt er fest, um sich aber dann mit zunehmendem Vergnügen in die viermal im Jahr erscheinende Schrift über Kulinarisches zu vertiefen. Die vorliegende Ausgabe hat das Thema "Wasser" zum Schwerpunkt, teilt der Rezensent mit. Und auch wenn er nicht sicher ist, wie viel das Sujet an Tiefe hergibt, preist er doch das Gespräch mit dem Koch der Queen Elizabeth 2., Klaus Kramer, als "grandios". Willmann betont, dass man sich in dem von "Ironie, Sarkasmus oder nostalgischer Seligkeit" geprägten Heft "rasch zu Hause fühlt", was sicher nicht zuletzt an den Autoren liegt, die sonst für die satirische "Wahrheitsseite" der "taz" schreiben. Willmann preist insbesondere den Beitrag von Rayk Wieland über den Mauerfall als die "bislang schönste Geschichte zum 9. November". Er attestiert den Herausgebern, dass ihnen ihr Vorhaben, die "Gourmandise" hierzulande zu stärken, durchaus gelungen ist und bekundet, bereits mit Magenknurren auf das nächste Heft zu warten.
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