Hans-Ulrich Grimm

Aus Teufels Topf

Die neuen Risiken beim Essen
Cover: Aus Teufels Topf
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1999
ISBN 9783608919691
gebunden, 302 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Die in vielen Supermarktlebensmitteln enthaltenen chemischen Aromastoffe können Übergewicht hervorrufen. Auch andere Lebensmittelzusätze, wie die in Fanta und vielen Fertiggerichten enthaltene Zitronensäure, führen zu bislang nicht bekannten Gesundheitsrisiken. So haben beispielsweise Tierversuche ergeben, daß Hunde und Katzen von Futter, das künstlich aromatisiert war, deutlich mehr fressen als vom Normalfutter. Diese Geschmacksstoffe sind weit verbreitet: Die Hälfte dessen, was der deutsche Durchschnittsbürger verzehrt, ist nach Grimms Angaben künstlich aromatisiert. Zitronensäure ist einer der wichtigsten Zusatzstoffe der Lebensmittelindustrie, europaweit werden jährlich 300 000 Tonnen verarbeitet.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.1999

Sabine Sütterlin bespricht Grimms neues Buch zusammen mit "Ernährung in der Wissensgesellschaft" von José Lutzenberger und Franz-Theo Gottwald und Catharina Lohmanns Ernährungsberater "Machen Bananen glücklich?".
1) Hans Ulrich Grimm: "Aus Teufels Topf" (Klett-Cotta Verlag)
Zu Grimm, der in einem früheren Buch auch schon den "Bio-Bluff" gegeißelt hat, weiß Sütterlin einiges Gute zu sagen. Bei ihm schätzt sie, anders als bei Lutzenberger und Gottwald, das Plädoyer für biologische Ernährung. Lobend zeichnet sie nach, wie der ehemalige "Spiegel"-Journalist die Gefahren der heutigen Industrienahrung aufzählt. Da gehe es nicht nur um Dioxin und BSE, sondern auch um an sich harmlose Keime, die durch Lagerhaltung und lange Transportwege zu gefährlichen Erregern mutieren. Positiv vermerkt sie auch Grimms Hinweis auf die Macht der Verbraucher, die allein die Nahrungsindustrie zum Einlenken bewegen könnten.
2) José Lutzenberger/Franz-Theo Gottwald: "Ernährung in der Wissensgesellschaft" (Campus Verlag)
Allzu viel Gutes weiß sie zu Lutzenbergers und Gottwalds Plädoyer für biologische Ernährung nicht zu sagen. Sie findet die Prosa der Autoren gestelzt und prätentiös und meint, dass sie die Macht der Ernährungsindustrie schlicht unterschätzen. Ihre These "Global denken, lokal essen" kommt Sütterlin allzu blauäugig vor, und bei den Passagen über die Gentechnik "erwecken die Autoren nicht den Eindruck, als hätten sie wirklich durchdrungen, worum es bei diesen Techniken geht".
3) Catharina Lohmann: "Machen Bananen glücklich?" (C. H. Beck Verlag)
Zwar verspreche Lohmanns Titel ein bisschen zuviel - als wirklichen Berater oder gar als Nachschlagewerk könne man ihr Buch nicht verstehen -, aber Sütterlin hat Lohmanns Streifzug durch allerlei Wissenswertes zum Thema offensichtlich mit Vergnügen und Gewinn gelesen. Endlich bekommt man Auskunft zu ewigen Fragen der Menschheit. Ist es schädlich nach dem Kirschenessen Wasser zu trinken? Nein, so hat Sütterlin bei Lohmann gelernt, denn die Blähungen bekommt man von den Kirschen schon ganz allein.
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