Mit zahlreichen farbigen Fotos. Im ersten Teil liefert die Geschmacksschule höchst interessante Informationen über die physiologischen und psychologischen Grundlagen des Schmeckens und Essens. Im zweiten Teil folgen phantasievoll komponierte "Löffelgerichte" zum Nachkochen, die das Bewusstsein schärfen für einfache Grundeffekte (warm/ kalt, kross/ schmelzend) und sich zu vielfältigen sensorischen Erlebnisse steigern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2006
Kristin Eilert vergleicht das Buch mit einem Sexualratgeber. Schließlich gehe es um Genusssteigerung und Sinnlichkeit, und es gebe Erregungskurven zu bestaunen. Ein Umstand, der die "ironiefreie Unbedingtheit", mit der Jürgen Dollase laut Eilert zu Werke geht, vielleicht erträglich macht. Außerdem: Dass jemand den Leser so radikal und allen Ernstes "zur kulinarischen Menschwerdung" führen will, das hat die Rezensentin noch nicht erlebt. Eilert trifft auf Verlaufskurvenforschung bei der Degustation von Spargeleis und Lachskaviar, die ihr sichtlich Freude bereitet. Nach der Lektüre kann auch sie eine Currywurst in ihre geschmacklichen Bestandteile zerlegen, deren Wirkungsweisen analysieren und nebenbei manch gängige Kochphilosophie in Frage stellen: "Mit vollem Mund spricht man nicht? Von wegen". Der Rezensentn scheint es jedenfalls gemundet zu haben.
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