Nach seiner Verlobung mit Charlotte von Lengefeld schrieb Friedrich Schiller Liebesbriefe an sie und ihre verheiratete Schwester Caroline, in denen er von einer "menage a trois" träumt: "Ach wie schön wird es in Zukunft sein, wenn alles unter uns gemeinschaftlich sein wird." Diese spannende Geschichte einer doppelten (oder geteilten) Liebe ist - ganz anders als Goethes "unordentliche Leidenschaften" - weitgehend unbekannt geblieben: Klug und anschaulich erzählt Ursula Naumann von Schiller und den beiden gegensätzlichen Schwestern, vom Leben im thüringischen Rudolstadt, in Jena und Weimar um 1800. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Band.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2005
Der Rezensent Manfred Koch findet es bemerkenswert, wie Ursula Naumann die Dreiecksbeziehung zwischen Schiller, Charlotte und Caroline ergründet. Naumann habe es nicht darauf angelegt, sich partout in Schiller und seine beiden Frauen einfühlen zu wollen. Sie ziehe es vor, die Quellen (die Briefe der Beteiligten) so auszuwählen, dass sie sich auf "konzise Kommentare und Überleitungen" beschränken könne. Und das gelingt ihr nach Ansicht des Rezensenten hervorragend. Das Bemerkenswerteste jedoch an Naumanns Studie sieht der Rezensent darin, dass sie Schillers Spleen der Dreiecksbeziehung einerseits als Teil der zeitgenössischen, unter anderem von Goethes "Stella" entfachten "Gefühlskultur" deutet und andererseits als die sehr "zeitgenössische Obsession", Literatur zu leben. Statt Voyeurismus, der durch die kulturgeschichtliche Auflösung des Skandalons gleichermaßen seiner Grundlage beraubt wird, hat Naumann viel "intellektuelle Spannung" zu bieten.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…