Ursula Goldenbaum

Appell an das Publikum

Die öffentliche Debatte in der deutschen Aufklärung 1687-1796
Cover: Appell an das Publikum
Akademie Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783050038803
Gebunden, 970 Seiten, 158,00 EUR

Klappentext

Nach einer umfangreichen theoretischen Einführung wird auf der Grundlage von sieben Fallstudien die Funktion der öffentlichen Debatte für die Entstehung bürgerlicher Öffentlichkeit und Aufklärung im protestantischen Raum des Alten Reiches analysiert. Die Untersuchung bietet zugleich einen methodischen Zugriff zur Erforschung der Geschichte von Ideen, der sowohl den Vereinseitigungen der traditionellen Ideengeschichte (im Sinne einer logischen Filiation von Ideen und Begriffen) als auch der sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Forschung (der die Ideen selbst aus dem Blickfeld geraten) entgehen will. Im untersuchten Korpus jeder Debatte sind die Texte großer Schriftsteller ebenso enthalten wie die Arbeiten weniger bekannter Autoren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2005

Als eines der "wichtigsten Bücher zur Aufklärung in den letzten Jahren" würdigt Rezensent Friedrich Niewöhner diesen Band. Er sieht darin nicht nur eine "trockene Berichterstattung" über öffentliche Debatten während der deutschen Aufklärung 1687-1796. Nein, der Band selbst atme den "Geist der Aufklärung", "optimistisch und ungeduldig". Neben Goldenbaums detaillierter Analyse des Skandals, den Johann Lorenz Schmidt mit seiner eigenwilligen Übersetzung des Alten Testaments, der sogenannten "Wertheimer Bibel", verursacht hatte, bietet der Band sechs weitere Studien über öffentliche Debatten. Niewöhner hebt vor allem den Beitrag von Gerda Heinrich hervor, der sich den Diskussionen um die bürgerliche Verbesserung der Juden widmet, sowie Frank Grunerts Studie über die Kontroverse zwischen Christian Thomasius und dem Kopenhagener Hofprediger Hector Gottfried Masius zwischen 1687 und 1724. Niewöhner zeigt sich von dem Band zwar überzeugt, findet ihn allerdings mit seinen 970 Seiten zu umfangreich, zumal er viele Wiederholungen aufweist und hätte gekürzt werden können. Auch hätte man durch ein Lektorat manchen akademische Bandwurmsatz vermeiden können. Doch schmälert diese leichte Kritik Niewöhners positiven Gesamteindruck nicht.
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