Jan Rolin

Der Ursprung des Staates

Die naturrechtlich-rechtsphilosophische Legitimation von Staat und Staatsgewalt im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2005
ISBN 9783161486678
Kartoniert, 298 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Jan Rolin untersucht Theorien zum Ursprung des Staates in zahlreichen staatstheoretischen Schriften der Neuzeit. Er verfolgt dabei einen ideengeschichtlichen Ansatz, der die Forderungen der sogenannten Neuen Ideengeschichte konsequent umsetzt. Neben den Texten der großen bekannten Autoren analysiert er auch unzählige weniger bekannte. Inhaltlich beschränkt sich die Untersuchung nicht auf einen Überblick über die Entwicklung der naturrechtlich-rechtsphilosophischen Lehren zur Legitimation von Staat und Staatsgewalt im 18. und 19. Jahrhundert, sondern widmet sich auch der Analyse der Entwicklung zentraler Topoi unserer modernen politisch-sozialen Sprache, etwa Freiheit, Souveränität, Verfassung, Volk und Nation und der Frage nach dem Zweck des Staates.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2005

Überzeugend findet Michael Pawlik diese "höchst materialreiche" Dissertation über die Legitimation von Staat und Staatsgewalt im deutschen Naturrechtsdenken des 18. und 19. Jahrhunderts, die Jan Rolin vorgelegt hat. Ausführlich rekapituliert Pawlik die Grundzüge von Hobbes' Staatsphilosophie, die politische Herrschaft auf einen Gesellschaftsvertrag zurückführt. Rolins weise nach, dass das deutsche Naturrecht im achtzehnten Jahrhundert sich sowohl von Hobbes' anthropologischen Prämissen als auch von dessen fundamentalem Theorem der rechtlichen Ungebundenheit des Souveräns distanzierte. Weiter zeige er, wie sich seit den achtziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts die deutsche Naturrechtslehre unter dem Eindruck Kants und der Französischen Revolution einen politischen Kurswechsel vollzog. Von nun an stand die Sicherung individueller Freiheit und der Menschen- und Bürgerrechte im Mittelpunkt der Erwägungen. Rolins "luzide, auf eigene Wertungen weitgehend verzichtende Darstellung", resümiert der Rezensent, "lässt dem Leser den Abschied vom Naturrecht gesellschaftsvertragstheoretischer Couleur leicht werden."
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