Svenja Flaßpöhler, Florian Werner

Zur Welt kommen

Elternschaft als philosophisches Abenteuer
Cover: Zur Welt kommen
Karl Blessing Verlag, München 2019
ISBN 9783896675620
Gebunden, 224 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Svenja Flaßpöhler und Florian Werner kennen einander seit fünfzehn Jahren, vor zehn Jahren kam ihre Tochter zur Welt, vor drei Jahren ihr Sohn. Eine Philosophin und ein Literaturwissenschaftler: Natürlich wurden da am Frühstückstisch nicht nur Lätzchen gewechselt und Bananenbrei vom Boden gewischt. Es wurde auch über die philosophischen Dimensionen der Elternschaft diskutiert. Bereichert ein Kind die Liebe oder ersetzt es sie? Wie verändert das Elternsein die Wahrnehmung der Zeit? Und warum fühlt man sich als Vater beim Babyschwimmen geschlechtslos? Die Kinder wurden größer, die Berge mit Gesprächsnotizen auch: So entstand dieses Buch.
Mit "Zur Welt kommen" legen Flaßpöhler und Werner keinen Ratgeber vor, der das Stillen, Wickeln und Füttern optimieren will. Sondern eine Philosophie für Mütter und Väter, die jene existenzielle Dimension ausleuchtet, die in dem einfachen Satz steckt: Ein Mensch kommt zur Welt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.03.2019

Nun gut, einige "ganz lustige Gedanken" hat Rezensentin Annabelle Hirsch in diesem Buch entdeckt, in dem die Philosophin Svenja Flaßpöhler und ihr Partner Florian Werner Elternschaft als philosophisches Abenteuer diskutieren und in 44 Begriffen Probleme wie "Anfangen", "Muttermund", "Penis" oder "Stammbaum" erkunden. Doch für Hirsch ist die Grenze zur Peinlichkeit bald überschritten. Sprachlich, wenn die Autoren im "pullerwarmen Wasser" plantschen, inhaltlich, wenn Werner beim Babyschwimmen pornografische Assoziationen überkommen. Und auch wenn Hirsch philosophische Anklänge etwa an Levinas erkennt, findet sie es gruselig, wie sich das Paar eine "Zukunft der Fruchtbarkeit" ausmalt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2019

Philosophie und Literatur bekommen gemeinsam ein Kind: "Zur Welt kommen" ist das gemeinsame Werk der Philosophin Svenja Flaßpöhler und des Literaten Florian Werner, die darin über ihre Entscheidungen und Erfahrungen als Eltern reflektieren, erklärt Rezensentin Elisabeth von Thadden. Wie sich das Leben in der und als Teil der Moderne mit ihren Arbeitsbedingungen, ihrem Effizienzdenken und ihrem Anspruch auf Autonomie mit Elternschaft und Partnerschaft verbinden lässt, wie "Denken und Heiraten, Schöpfen und Kinderhaben" zusammen passen können, wie sich Gleichheit der Geschlechter auch nach der genuin weiblichen oder genuin männlichen Erfahrung noch denken lässt - solchen Fragen begegnen die beiden Autoren in ihrem Buch, lesen wir. Nur selten wirkt die Ausstellung ihres akademischen Rüstzeugs dabei überflüssig. Ein bisschen "zu beredt", nennt Thadden diese Passagen, doch lässt sich nicht allzu sehr davon stören, da ihr Werners und Flaßpöhlers neugieriges, offenes und kluges Nachdenken im Übrigen sehr bereichernd erscheint und dank angenehmer Selbstironie auch nie allzu ernst daherkommt, so die angetane Rezensentin.