Matthias Herdegen

Der Kampf um die Weltordnung

Eine strategische Betrachtung
Cover: Der Kampf um die Weltordnung
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406732881
Gebunden, 291 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Der imperiale Drang Chinas und Russlands nach Ausdehnung ihrer Einflussphären verändern das Mächtegleichgewicht in der Welt. Hinzu kommt die Verunsicherung der westlichen Staatengemeinschaft durch die neue US-Administration, die unter Betonung der amerikanischen Eigeninteressen Zweifel am Freihandel und an vertrauter Partnerschaft im nordatlantischen Bündnis sät, aber immer noch zu den Grundwerten der westlichen Nachkriegsordnung steht. Stehen wir dreißig Jahre nach dem Ende des kalten Krieges - wieder - vor dem Heraufziehen einer neuen Weltordnung? Diese Neuerscheinung betrachtet das Zusammenspiel der Machtverhältnisse mit dem internationalen Recht aus einer strategischen Perspektive. Mit dem Brückenschlag zwischen den Lehren von den internationalen Beziehungen und dem Völkerrecht betritt das Buch Neuland. Es fordert Politik und Wissenschaft zu einem neuen Realismus auf, vor allem im Lichte des Wettstreits der geopolitischen Interessen der USA, Westeuropas, Russlands und der Volksrepublik China. Das Werk mahnt auch dazu, dass sich die Bundesrepublik Deutschland mit dem ihr zugewachsenen politischen und wirtschaftlichen Gewicht endlich ihrer geopolitischen Verantwortung stellt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2019

Völkerrecht sei nicht als Weltinnenpolitik zu betrachten, deren oberste Instanz die Vereinten Nationen seien. Dies sei ein sehr deutsches Missverständnis zu diesem Thema resümiert ein zustimmender Rezensent Herfried Münkler den Befund dieses Bandes. Eher möchte Münkler das Völkerrecht als eine Methode sehen, die Kontinuitätsbögen in der Weltgeschichte zu stützen und gegen Brüche abzusichern - Stabilität sei ihr höchster Wert. Die Idee einer "Konstitutionalisierung des Völkerrechts" hält Münkler mit Herdegen dagegen für obsolet. George W. Bush hätte das zuletzt auf internationaler Ebene versucht und scheiterte am russischen und chinesischen Festhalten einer konventionellen Idee der Souveränität. Nun ist die EU der letzte Überrest dieser Idee, so Münkler. Es habe einen "normative overstretch" gegeben. Münkler empfiehlt Herdegens Studie als Enttäuschungstherapie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2019

Laut Florian Meinel hat der Völkerrechtler Matthias Herdegen keine realistischen Vorschläge für die Gestaltung der Rolle Deutschlands im internationalen Machtgefüge zu bieten. Die geforderte Robustheit im Tausch gegen den von Herdegen verspotteten normativen Universalismus scheint Meinel wenig praktikabel, der Universalismus tatsächlich die Strategie der Wahl einer Mittelmacht wie Deutschland. Etwas mehr Sinn für die Dialektik von Interessen und Recht und ein weniger lobheischender Ton hätten dem Buch insgesamt gut getan, ist Meinel überzeugt.
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