Seit über hundert Jahren haben die "Oberhäupter" der Hohenzollern immer wieder mit Juristen, Historikern, Journalisten, Ghostwritern und PR-Beratern zusammengearbeitet, mit deren Hilfe sie das Bild der Familie in der Öffentlichkeit aufpolierten. Nun werden Rollen und Selbstdarstellung der wichtigsten Familienmitglieder von einem der besten Kenner der Materie erstmals analysiert und dargestellt: In einer großen historischen Erzählung zieht Stephan Malinowski den Bogen über drei Generationen von 1918 bis in die Gegenwart und beschreibt das politische Milieu, in dem sich ihre Akteure bewegten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.11.2021
Rezensent Hans von Trotha empfiehlt das Buch des Historikers Stephan Malinowski über die Rolle der Hohenzollern beim Aufstieg der Nationalsozialisten. Umfassend, grundlegend zeigt ihm der Autor wie die Familie ihren Einfluss nicht für den Widerstand gegen Hitler einsetzte, sondern für sein Fortkommen. Malinowski zeigt die "tiefe (rechte) Überzeugung" des ehemaligen Kronprinzen und anderer Akteure. Trotha taucht ein in die rechten Milieus der Weimarer Republik und erkennt, wie sich im Buch der juristische (um die Restitutionsfrage) und der historische Diskurs begegnen. Anschaulich, eindringlich und spannend zu lesen, verspricht er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2021
Rezensent Patrick Bahners fühlt sich gut unterhalten, aber auch gründlich belehrt von Stephan Malinowskis Arbeit über die Rolle der Hohenzollern beim Aufstieg der Nationalsozialisten. Umfassend informiert ihn der Autor über den kaiserlich-nationalsozialistischen Schulterschluss und zerpflückt die bekannten Entlastungen eines Wolfram Pyta. Wirklich groß scheint Bahners der Autor bei seinen Erläuterungen der Wirkungsweise kaiserlicher Schützenhilfe durch die sichtbare "Darstellung von Machtkonstellationen". Für Bahners öffnet der Autor damit einen "Spiegelsaal der Projektionen". Den Clou der Argumentation im Buch erkennt Bahners in der Entdeckung der ursächlichen Verbindung der Krise des monarchischen Charismas mit der Anfälligkeit für Kollaboration.
Der Historiker Christopher Clark bekommt ein neues Bild des Kronprinzen und der Verstrickung der Hohenzollern in den Aufstieg der Nationalsozialisten mit Stephan Malinowskis Buch. Brillant und subtil findet er, wie der Autor in "kühler Prosa" und "methodisch innovativ" nachweist, dass der charakterschwache Ex-Kronprinz, die Projektionen der Öffentlichkeit auf ihn sowie die Netzwerke der Hohenzollern eine nicht zu unterschätzende "politische Energiequelle" darstellten bei den Prozessen, die Hitler an die Macht beförderten. Den Mix aus Spekulationen und Realpolitik, der das Ende von Weimar einläutete, sowie dessen Wirkung vermag der Autor dem Rezensenten plastisch vor Augen zu führen. Beeindruckend, findet Clark.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2021
Rezensent Lothar Müller erkennt: Nach dem Ende des Kaiserreichs radikalisierte der Bedeutungsverlust den deutschen Adel und allen voran die Hohenzollern. Stephan Malinowskis auf seiner Arbeit zu Wilhelm II. aufbauende Studie gibt ihm augenöffnende Hinweise für diese Sicht. Erkennbar wird für Müller das Netzwerk der Hohenzollern, ihre Opposition gegen Weimar und ihre Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten. Der These, die Hohenzollern seien Teil des Widerstands gewesen, schickt der Autor laut Müller detail- und kenntnisreich in den Orkus. Der Autor arbeitet den Charakter der Mediendynastie der Hohenzollern heraus und stellt sich mittels zeitgenössischer Berichte der Bagatellisierung ihres Anteils an der Zerstörung der Republik entgegen, erklärt Müller. Für den Rezensenten ein wegweisendes Buch.
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