Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Haben die Hohenzollern dem Nationalsozialismus "in erheblichem Maße Vorschub" geleistet? Über diese Frage wird in Deutschland derzeit diskutiert. Ausgehend von den publik gewordenen Entschädigungsansprüchen der ehemaligen kaiserlichen Familie wird kontrovers über das Verhältnis der Hohenzollern zur NS-Bewegung gestritten. Wilhelm II., seine zweite Frau Prinzessin Hermine, Prinz "Auwi", Kronprinz Wilhelm, dessen Frau Cecilie, Louis Ferdinand: Sie alle engagierten sich mit unterschiedlicher Intensität in der rechten Szene der Weimarer Republik und der beginnenden NS-Herrschaft. Ging es allein um die Rückkehr an die Macht oder gab es auch ideologische Gemeinsamkeiten? Im Rahmen einer Ausstellung des Museums Huis Doorn, des niederländischen Exilorts des letzten deutschen Kaisers, haben drei Historiker diese komplexen Fragen und die Debatte im heutigen Deutschland sorgfältig erörtert. Auch zeigen sie, dassin den Niederlanden bereits direkt nach 1945 um das Geschichtsbild der Hohenzollern gestritten wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2021
Rezensent Andreas Kilb findet in dem Ausstellungsbegleitband von Jaco Pekelder, Joep Schenk und Cornelis van der Bas zunächst nichts, was er nicht schon über die Restitutionsdebatten zwischen dem deutschen Staat und dem Haus Hohenzollern weiß. Die Autoren fassen die Auseinandersetzungen allerdings bündig zusammen, lobt er. Schließlich jedoch entdeckt er mit der Darstellung zur Geschichte um die hohenzollernschen Besitzansprüche betreffend das niederländische Huis Doorn doch noch Neues und Wissenswertes. Sichtbar wird für ihn sowohl die Taktik der Hohenzollern aus äußerlicher Freundlichkeit und juristischer Härte, als auch ihre "Unempfindlichkeit gegen historische Realitäten" sowie die Rolle der einzelnen Familienmitglieder durch die Zeiten. Das Buch schließt mit einer Prognose über den Ausgang der juristischen Verfahren in Deutschland, merkt Kilb an.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.04.2021
Rezensent Hans von Trotha empfiehlt die illustrierte Ausstellungsdokumentation des Museums Huis Doorn von Jacco Pekelder, Joep Schenk und Cornelis van der Bas. Der Leser kann sich anhand der ausgebreiteten Fakten zu den Restitutionsforderungen der Hohenzollern ein eigenes Bild machen, meint Trotha. So schmal das Buch ist, so konzentriert und aufschlussreich findet der Rezensent die Argumentation der niederländischen Wissenschaftler zum Thema. Auch wenn Trotha keine neuen Erkenntnisse entdeckt, zu den Rückübertragungswünschen der Hohenzollern (auch bezüglich Huis Doorn) erarbeiten die Autoren seiner Meinung nach den Stand der Dinge.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…